3. Röhre Gubristtunnel

Mit dem Bau der 3. Röhre soll die Verkehrssituation beim Gubristtunnel entschärft werden. Ein aussergewöhnliches Bauvorhaben: Es gibt in der Schweiz keinen zweiten Tunnel mit einem Ausbruchdurchmesser von knapp 16 Metern. Der Durchstich der 3. Röhre erfolgte am 23. September 2020. Anfang 2023 wird die 3. Röhre Gubristtunnel eröffnet.

Der Tunnel wurde in einem maschinell unterstützten Vortrieb im Fels (MUF) erstellt. Dabei wurde das Gestein von einer Teilschnittmaschine (TSM) herausgeschrämt. Sobald jeweils ca. 1,5 Meter Gestein ausgebrochen waren, wurde die Oberfläche der Tunnelwand mit Spritzbeton fixiert. Danach wurden Stahlbögen respektive Felsanker gesetzt und erneut mit Spritzbeton gesichert. Ein Zyklus mit Ausbruch und Sicherung dauerte ca. sechs bis acht Stunden. Mit drei bis vier Zyklen im Dreischichtbetrieb wuchs der Tunnel täglich um bis zu sechs Meter. Am 17. September 2021 wurde der Rohbau des 3. Röhre fertiggestellt und abgenommen. Bis zum Sommer 2022 bauen spezialisierte Unternehmen die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung ein. Dies sind unter anderem die Signalisation, die Beleuchtung und die Lüftung in der 3. Röhre und den drei Betriebszentralen. Danach folgen bis Ende 2022 umfangreiche Funktions- und Sicherheitstests, bevor der Tunnel Anfang 2023 eröffnet wird.

Gegenvortrieb in Weiningen

In Weiningen wurde ein 95 Meter langer Teil der 3. Gubriströhre im Gegenvortrieb bergmännisch ausgebrochen. Davor wurden 200 Meter Tunnel im Tagebau erstellt. Parallel dazu wird der neue Halbanschluss Weiningen mit einer zusätzlichen, 100 Meter langen Überdeckung realisiert. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2026 vorgesehen.

Halbanschluss und Überdeckung Weiningen
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Fahrtrichtung

Die neue, dritte Röhre ist in Richtung Bern und Basel befahrbar, die beiden bestehenden Röhren führen den Verkehr in Richtung St. Gallen.
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Die Verkehrsführung durch den Gubrist entspricht jener des Bareggtunnels: Die neue, dritte Röhre ist in Richtung Bern und Basel befahrbar. Die beiden bestehenden Röhren führen den Verkehr in Richtung St. Gallen.

Verladebahnhof

Auf der Seite Affoltern wurde für den Abtransport des Ausbruchmaterials ein temporärer Verladebahnhof mit Anschluss an die SBB-Strecke erstellt. Über ein Förderband wurde das Tunnel-Ausbruchmaterial zum Verladebahnhof transportiert und auf Güterzüge geladen. Während des Tunnelausbruchs transportierten täglich zwei bis drei Züge mit je 18 Waggons insgesamt rund 700’000 Kubikmeter Gestein zum Steinbruch Wildegg. Damit liessen sich insgesamt gut 160’000 Lastwagenfahrten vermeiden. Nach Abschluss der Ausbrucharbeiten wurde der Verladebahnhof zurückgebaut und renaturiert.

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