Weiterentwicklung des Nationalstrassennetzes

Der Verkehr auf dem Nationalstrassennetz hat sich in den letzten 60 Jahren mehr als verfünffacht. Bis ins Jahr 2040 ist mit einem weiteren – wenn auch dank der Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr und Anpassungen im Mobilitätsverhalten weniger dynamischen – Verkehrswachstum zu rechnen. Bereits heute kommt es aufgrund der Verkehrsbelastung auf stark befahrenen Nationalstrassenabschnitte regelmässig zu Staus und stockendem Verkehr. Mit gezielten Kapazitätserweiterungen soll der Verkehr auf diesen Abschnitten verflüssigt werden. Die entsprechenden Projekte sind im Strategischen Entwicklungsprogramm Nationalstrassen (STEP-NS) enthalten.

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Das Verkehrsaufkommen auf dem Nationalstrassennetz hat sich seit 1960 rasant entwickelt. Alleine seit 1990 hat das Verkehrsaufkommen um über 30 % zugenommen. Trotz umfangreicher Investitionen in den öffentlichen Verkehr und in Verkehrsmanagementmassnahmen zur besseren Ausnutzung der vorhandenen Nationalstrassenkapazitäten, hat diese Entwicklung dazu geführt, dass besonders stark befahrene Nationalstrassenabschnitte regelmässig überlastet sind. Staus und stockender Verkehr sind die Folge. Besonders betroffen sind die Agglomerationen Genf, Lausanne, Bern, Luzern, Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen und Lugano.

Engpässe auf dem Nationalstrassennetz führen zu einer Rückverlagerung des motorisierten Strassenverkehrs auf die Kantons- und Gemeindestrassen. Dieser Verdrängungseffekt führt zu mehr Durchgangsverkehr in den Städten und Dörfern und hat negative Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Verkehrssicherheit, den öffentlichen Verkehr sowie  den Fuss- und Veloverkehr.

Gezielte Kapazitätserweiterungen

Gut funktionierende Nationalstrassen leisten folglich einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten Gesamtverkehrssystem in der Schweiz. Mit der gezielten Weiterentwicklung des Nationalstrassennetzes sollen besonders stark betroffene Abschnitte gezielt erweitert werden. Der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) stellt dem Bund die dafür benötigten Mittel zur Verfügung.

Im Strategischen Entwicklungsprogramm (STEP Nationalstrassen) werden die notwendigen Ausbauschritte definiert. Das Parlament entscheidet alle vier Jahre sowohl über die Projekte und deren Priorisierung als auch über die Finanzierung, indem es den dazugehörigen Verpflichtungskredit bewilligt.

STEP-Vorlage geht in die Vernehmlassung

Der Bundesrat will bis 2030 vor allem in den städtischen Agglomerationen den Verkehrsfluss und die Verträglichkeit der Autobahnen verbessern. Hierzu beantragt der Bundesrat dem Parlament nun im Rahmen des Ausbauschritts 2023 die Freigabe der fünf Projekte N1 Wankdorf – Schönbühl, N1 Schönbühl – Kirchberg, N1 Rosenbergtunnel in St.Gallen, N2 Rheintunnel in Basel und N4 Fäsenstaubtunnel in Schaffhausen inklusiv des erforderlichen Verpflichtungskredits. Die Vorlage geht bis am 30. April 2022 in die Vernehmlassung.

Überprüfung der kantonalen Vorhaben auf den neu ins Nationalstrassennetz integrierten Strecken

Am 1. Januar 2020 hat der Bund die Verantwortung für rund 400 Kilometer kantonaler Strassen übernommen (NEB-Strecken). Die Kantone haben auf diesen Strecken Erweiterungsprojekte erarbeitet und dem Bund übergeben. Diese Vorhaben hat der Bundesrat einer vertieften Überprüfung unterzogen. Im Rahmen der Vorlage zum strategischen Entwicklungsprogramm Nationalstrasse äussert sich der Bundesrat zu den 16 vormals kantonalen Erweiterungsvorhaben und zeigt das weitere Vorgehen auf.

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