Häufige Fragen FAQ

1. Generelle Fragen zum digitalen Fahrtschreiber

Was ist der digitale Fahrtschreiber?

Der digitale Fahrtschreiber ist ein Gerät im Fahrzeug in der Grösse eines Autoradios. In seinem internen Speicher zeichnet es die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten und weitere Tätigkeiten sowie fahrzeugbezogene Daten auf. Es zeigt sie an und druckt sie bei Bedarf aus.

Die kartenbezogenen Daten sowie bestimmte Fahrzeugdaten speichert es zusätzlich auf so genannte Fahrtschreiberkarten, wenn diese eingesteckt sind (Fahrer-, Werkstatt-, Kontroll-, Unternehmenskarte), je nachdem was eingeschoben ist.

Das System besteht aus einem Sensor (Weg- / Geschwindigkeitsgeber) am Getriebe, Verbindungskabeln und dem Fahrtschreiber in der Fahrerkabine.

Der Fahrtschreiber verfügt über vier Betriebsarten: Betrieb, Kontrolle, Kalibrierung und Unternehmen.

Er besitzt zwei Kartensteckplätze (Fahrerkarte und Beifahrerkarte oder Kontrollkarte oder Unternehmenskarte).

Warum wird ein digitaler Fahrtschreiber eingeführt?

Der digitale Fahrtschreiber löst das technisch veraltete, analoge und manipulationsanfällige System ab. Für die Fuhrunternehmen wird es einfacher, die Daten auszuwerten und zu nutzen.

Die Arbeitsbedingungen des Lenkers werden verbessert und dadurch die Verkehrssicherheit positiv beeinflusst.

Worin liegt die Verbesserung gegenüber dem analogen Fahrtschreiber?

Die heute eingesetzten Systeme (mechanische und analoge Fahrtschreiber) entsprechen nicht mehr den Erfordernissen hinsichtlich Funktion und Sicherheit.

Die Unternehmen verfügen mit dem digitalen Fahrtschreiber über ein nützliches und einfaches Hilfsmittel für ihre Zeitwirtschaft und das Fuhrparkmanagement.

Die Lenker werden vor der möglichen Übertretung mittels Signalen zeitgerecht gewarnt.

Wann findet die flächendeckende Einführung statt?

Der digitale Fahrtschreiber wird mit Einführungsdatum bei Neuzulassungen flächendeckend eingeführt. Schätzungen, bis wann in der Schweiz nur noch LKW mit digitalem Fahrtschreiber verkehren, sind sehr schwierig. Es ist mit mehr als 10 Jahren zu rechnen. Jährlich erfolgen in der Schweiz in diesem Bereich rund 6 % Neuzulassungen auf den Gesamtbestand betrachtet.

Welche Fahrzeuge müssen mit dem digitalen Fahrtschreiber ausgerüstet sein?

Alle Fahrzeugarten, die neu mit einem Fahrtschreiber ausgerüstet werden, müssen bei einer Erstzulassung in der Schweiz über einen eingebauten digitalen Fahrtschreiber verfügen.

Müssen bereits eingelöste Fahrzeuge mit analogem Fahrtschreiber nach der Einführung des digitalen Fahrtschreibers mit dem digitalen Fahrtschreiber nachgerüstet werden?

Nein, der bestehende analoge Fahrtschreiber kann bei bereits zugelassenen Fahrzeugen weiterverwendet werden. Auch wenn der analoge Fahrtschreiber kaputt geht, muss das Gerät nicht ausgetauscht werden, solange es repariert werden kann.

Registriert der digitale Fahrtschreiber die Geschwindigkeit?

Ja. Die Geschwindigkeit für die letzten 24 Stunden Fahrt werden in Sekundenschritten registriert, sowie die letzten 6 Geschwindigkeitsübertretungen.

Wo kann ich mehr über die technischen Hintergründe erfahren?

Die vollständigen technischen Spezifikationen des gesamten Systems sind im Anhang 1B der Verordnung 1360/2002/EG vom 13. Juni 2002 zu finden.

Warum gibt es einen Drucker?

Mit dem Drucker können Daten jederzeit auf Papier dokumentiert werden. Wenn die Fahrerkarte verloren geht, gestohlen wird, defekt oder ungültig ist, muss täglich einen Ausdruck als Aufzeichnung der Aktivitäten gemacht werden.

Wie erkenne ich, ob der digitale Fahrtschreiber funktioniert?

Der digitale Fahrtschreiber zeigt eine Fehlermeldung an, wenn er nicht korrekt funktioniert. Hat das Gerät einen Totalausfall, bleibt die Anzeige leer.

Was passiert, wenn der digitale Fahrtschreiber nicht mehr funktioniert?

Die gesetzlichen Bestimmungen sind unverändert. Es muss eine Aufzeichnung aller Aktivitäten gemacht werden. Die Aktivitäten müssen genau zu der Zeit aufgezeichnet werden, an der sie stattfinden.

An wen muss ich mich bei einer Ausnahmebewilligung für den Einbau eines analogen Fahrtenschreibers wenden?

Wir empfehlen Ihnen, sich an den Fahrzeughersteller und an den Hersteller des digitalen Fahrtschreibers (DFS) zu wenden. Diese sollten am ehesten in der Lage sein, den Einbau in technischer Hinsicht und in Einklang mit den rechtlichen Vorgaben zu bewerkstelligen. Ist dies nicht möglich, sind wir bereit, Ihnen eine Ausnahmebewilligung für den Einbau eines analogen Fahrtschreibers zu erteilen (Art. 220 Abs. 2 VTS; http://www.admin.ch/ch/d/sr/741_41/a220.html).

Diesfalls müssen Sie ein Gesuch einreichen und darin den Sachverhalt umfassend dokumentieren. Dazu gehört insbesondere auch eine Bestätigung des Fahrzeugherstellers oder des DFS-Herstellers bzw. deren Vertreter, dass der Einbau eines DFS in das konkrete Fahrzeug technisch nicht möglich ist oder nur unter Verletzung der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen. Ein entsprechendes Gesuch wollen Sie bitte an das Bundesamt für Strassen (Bereich Fahrzeuge, 3003 Bern) richten. Wir machen Sie schon jetzt darauf aufmerksam, dass eine solche Ausnahmebewilligung nicht garantieren kann, dass dem Fahrzeughalter später bei Fahrten im Ausland keine Unannehmlichkeiten entstehen.

Können andere Geräte an den digitalen Fahrtschreiber angeschlossen werden?

Im Sinne eines modernen Flottenmanagements wurde vorgesehen, dass der digitale Fahrtschreiber mit anderen Systemen verbunden werden kann. Alle digitalen Fahrtschreiber haben einen Verbindungsanschluss für diesen Zweck. Detaillierte Informationen dazu gibt es beim Hersteller.

Wie ist der digitale Fahrtschreiber kalibriert?

Die Prinzipien der Kalibrierung sind dieselben wie beim analogen Fahrtschreiber.

Daten und Einstellungen werden in den Fahrtschreiber eingegeben, welche ein Kontrollorgan prüfen kann.

Die Verbindung zwischen Getriebe und Bewegungssensor muss verplombt sein.

Das Kabel überträgt die verschlüsselten  Signale vom Sensor zum Fahrtschreiber.

Jede Störung der Verbindung wird vom Fahrtschreiber aufgezeichnet.

2. Bedienung des digitalen Fahrtschreibers

Wer ist dafür verantwortlich, mich auf die Funktionalität des digitalen Fahrtschreibers zu schulen?

Jeder Fahrer ist für das korrekte Bedienen des Fahrtschreibers selber verantwortlich.
Entsprechende Hilfen und Anweisungen gibt es bei den Herstellern und in der Bedienungsanleitung des Fahrtschreibers.

Wie zeichne ich Ruhezeiten während eines begleitenden Bahn- oder Fährtransports auf?

Mit der manuellen Dateneingabe können Beginn und Ende der Ruhezeit eingegeben werden. Die gesetzliche Regelungen zur Inanspruchnahme dieser Ruhezeit gemäss Art. 9 der Verordnung 3820/85/EWG bleiben unverändert.

Ist ein Ausdruck jederzeit durchführbar?

Ja. Die Art des Ausdrucks hängt davon ab, ob eine Karte eingesteckt ist und welcher Art die Karte ist.

Kann man den LKW oder Bus starten und lenken, ohne eine Fahrerkarte zu verwenden?

Grundsätzlich ja, wenn die Fahrt nicht den gesetzlichen Bestimmungen unterliegt.

ARV 1, Art. 4 Ausnahmen

Ein Werkstatttechniker fährt in diesem Falle mit seiner Werkstattkarte und benötigt dazu keine Fahrerkarte. Der Fahrer (Techniker oder nicht) kann gleichwohl seine Fahrerkarte stecken. In beiden Fällen stellt er anschliessend den Fahrtschreiber im Menü manuell auf OUT, d. h. die nachfolgenden Aktivitäten unterliegen nicht der ARV. Die Aktivitäten werden aber auch hier aufgezeichnet.

Selbst wenn der Fahrtschreiber auf OUT gestellt ist und sich keine Fahrerkarte im Fahrtschreiber befindet, zeigt der Fahrtschreiber blinkend an, dass keine Karte gesteckt ist. Diese Anzeige kann mit OK quittiert werden. Wenn eine Fahrerkarte gesteckt wird und der Fahrtschreiber bereits auf OUT steht, hebt der Fahrtschreiber automatisch OUT auf und schaltet zurück auf Normalbetrieb Arbeit oder Fahrt.

Es ist jedoch nicht erlaubt bei Fahrten, die den gesetzlichen Bestimmungen unterliegen, ohne Fahrerkarte auf öffentlichen Strassen zu fahren.

Kann man die Betriebsart zu einem späteren Zeitpunkt wechseln, wenn man es vorher vergessen hat?

Nein, alle Änderungen der Betriebsart sind Echt-Zeit-Daten und müssen zu der Zeit verändert werden, zu der die Änderung stattfindet.

Welche Informationen werden manuell eingegeben?

Das Symbol des Landes am Beginn und am Ende des Tages. Weiter sind diverse Fahreraktivitäten (alle sonstigen Arbeitszeiten bei denen nicht gelenkt wird, Ruhezeiten und Unterbrechungen) einzugeben.
Andere Informationen werden automatisch auf der Fahrerkarte aufgezeichnet.
Der digitale Fahrtschreiber übernimmt die Informationen von der Fahrerkarte, nachdem sie in das Gerät eingesteckt wurde.
Umgekehrt werden Informationen bezüglich des Fahrzeuges vom digitalen Fahrtschreiber auf der Fahrerkarte gespeichert.
Der Kilometerstand wird über den digitalen Fahrtschreiber automatisch kopiert.

Was muss ich beachten, wenn ich den Ausnahmen in der ARV unterliege?

Unterliegt eine Tätigkeit nicht der ARV (Ausnahmeregelung: http://www.admin.ch/ch/d/sr/822_221/a4.html) dann muss der DFS auf Stellung "OUT" (out of scope) gestellt werden und der Fahrer muss die ARV Bestimmungen auch nicht erfüllen, muss aber den Fahrtschreiber trotzdem gem. VRV richtig bedienen (siehe unten). Diese Einstellung muss vor jeder Fahrt eingestellt werden, die nicht der ARV unterliegt. Diese Einstellung wird im Untermenu "Fahrzeug-Einstellungen" vorgenommen.

Verkehrsregelverordnung (VRV), http://www.admin.ch/ch/d/sr/c741_11.html, Artikel 3, Abs. 4:

Der Fahrzeugführer hat den vorgeschriebenen Fahrtschreiber ständig in Betrieb zu halten und richtig zu bedienen. Ist das Fahrzeug mit einem digitalen Fahrtschreiber ausgerüstet, so müssen die Fahrerkarten von Führer und Mitfahrer während der gesamten beruflichen Tätigkeit eingesteckt bleiben. Ohne Fahrerkarte darf ein Fahrzeug bei einer ARV unterliegenden Fahrt ausser bei Beschädigung, Fehlfunktion, Verlust oder Diebstahl der Karte nicht geführt werden. Es muss genügend Druckerpapier mitgeführt werden.

Für Fahrten, die von der ARV befreit sind, wird keine Fahrerkarte benötigt (DFS auf "OUT"stellen = richtige Bedienung des für das Fahrzeug vorgeschriebenen Fahrtschreibers).

Für weitere Fragen zur ARV kontaktieren Sie folgende Stelle: http://www.arvag.ch/

Muss der Fahrer geeignetes Druckpapier mitführen?

Der Fahrer hat dafür zu sorgen, dass ausreichend Papier vorhanden ist. Dem Arbeitgeber obliegt, dass geeignetes Druckpapier zur Verfügung steht.

Wie muss man vorgehen, wenn nach Verlassen eines Fahrzeuges weitergearbeitet wird?

Wenn das Fahrzeug nicht mehr verfügbar ist, müssen die Daten gesondert aufgezeichnet werden (z.B. auf dem Ausdruck der letzten Fahrt, im Arbeitsbuch). Sobald die Karte wieder in einen digitalen Fahrtschreiber eingesteckt wird, kann die Tätigkeit nachgetragen werden.

Wie stelle ich die Uhr ein?

Die Uhrzeit wird automatisch in UTC-Zeitangabe (koordinierte Weltzeit) aufgezeichnet. Es ist möglich, die angezeigte Uhrzeit in die lokale Uhrzeit umzuändern. Informationen dazu stehen in der Bedienungsanleitung des Fahrtschreibers.

Wie gehe ich vor, wenn ich mit unterschiedlichen Fahrtschreibern (analog und digital) am selben Tag fahre?

Alle entsprechenden Aufzeichnungen müssen bereitgestellt werden. Der eine Teil des Tages wird auf den Schaublättern und der andere Teil des Tages auf der Fahrerkarte aufgezeichnet und ist mittels Ausdruck zu dokumentieren.

Wie gehe ich vor, wenn ich bereits gearbeitet habe, bevor ich ein Fahrzeug übernehme? 

Aktivitäten wie Arbeit, Bereitschaft, Pause, Ruhe des aktuellen Arbeitstages müssen manuell in den Fahrtschreiber eingegeben werden, bevor die Fahrt beginnt. Beim Einstecken der Fahrerkarte fordert das System auf, einzugeben was in der Zeit seit der letzten Entnahme der Karte getan wurde.

Beispiel:
Arbeitsende am Vortag: 18.00 Uhr
Arbeitsbeginn: 07.00 Uhr (Laden)
Karte wird um 09.30 Uhr eingesteckt.

Eingabe in den Fahrtschreiber:
07.00 - 08.00 Uhr Arbeit
08:00 - 09:30 Uhr Ruhezeit

Die Eingaben müssen in UTC Zeit erfolgen.

Wo muss die Fahrerkarte eingesteckt werden?

Es gibt zwei Kartensteckplätze auf der Vorderseite des digitalen Fahrtschreibers für Fahrer 1 und Fahrer 2 (Beifahrer). Der Lenker muss seine Karte immer im Steckplatz für Fahrer 1 einführen.

Wenn der Fahrer seine Karte im Steckplatz 2 einsetzt, wird er gewarnt und muss diese Warnung manuell am Gerät quittieren.

Zeigt mir das Gerät die Anzahl der bereits gefahrenen Stunden an?

Die bisher gefahrene Zeit kann auf der Anzeige oder auf einem Ausdruck nachgelesen werden. Der Fahrtschreiber warnt 15 Minuten vor sowie zum Zeitpunkt der Überschreitung von 4 Std. 30 Min. ununterbrochener Lenkzeit.

Welche Sprachen unterstützt der digitale Fahrtschreiber?

Die EU-Verordnung 1360/2002/EG fordert nicht explizit eine sprachunterstützte Benutzerführung für digitale Fahrtschreiber. Statt dessen wurden Piktogramme für die Benutzerführung definiert, die damit unabhängig von der jeweiligen Sprache von jedem verstanden werden sollten.

In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, dass zusätzliche erläuternde textliche Hinweise die Bedienung des digitalen Fahrtschreibers vereinfachen.
Die Hersteller haben daher folgende Sprachen implementiert:

Siemens VDO:
1. Deutsch
2. Dänisch
3. Englisch
4. Estnisch
5. Finnisch
6. Französisch
7. Griechisch
8. Isländisch
9. Italienisch
10. Lettisch
11. Litauisch
12. Niederländisch
13. Norwegisch
14. Polnisch
15. Portugiesisch
16. Schwedisch
17. Slowakisch
18. Slowenisch
19. Spanisch
20. Tschechisch
21. Ungarisch

Actia, Stoneridge, Delphi Grundig:
1. Englisch
2. Französisch
3. Italienisch
4. Spanisch
5. Niederländisch
6. Schwedisch
7. Dänisch
8. Griechisch
9. Deutsch
10. Finnisch
11. Portugiesisch

Die Menüführung des digitalen Fahrtschreibers startet immer zuerst mit der zuletzt ausgewählten Sprache. Ist auf der Fahrtschreiberkarte ein Ländercode hinterlegt, der im Fahrtschreiber nicht implementiert ist, wird standardmässig die englische Sprachführung verwendet. Der Anwender hat allerdings die Möglichkeit manuell eine andere Sprache auszuwählen.

Wie analysiere ich die Fahreraktivitäten?

Auf ähnliche Weise wie heute. Dies kann manuell mit Hilfe von Ausdrucken aus dem digitalen Fahrtschreiber / den Schaublättern oder mit Hilfe von computergestützten Analysesystemen erfolgen.

Woran erkenne ich, ob der digitale Fahrtschreiber funktioniert?

Das System führt Selbsttests durch und informiert auf der Anzeige, wenn es einen Fehler entdeckt.

Wie werden Ausdrucke gemacht?

Das Handbuch zur Benutzung des digitalen Fahrtschreibers beinhaltet nähere Informationen dazu.

Die Daten können auf einen Computer herunter geladen und mit geeigneter Hard- und Software angezeigt oder ausgedruckt werden.

3. Die Daten des Fahrtschreibers

Muss ich als Fahrer selbst die Daten von der Fahrerkarte herunterladen?

Nein. Gemäss Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV 1, Artikel 18),  ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten aufzubewahren. Dazu muss die Fahrerkarte dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Selbstständige müssen ihre Daten natürlich selbst herunterladen und aufbewahren. Es ist aber nicht verboten, dass Fahrer die Daten ihrer Fahrerkarte selbst herunterladen und aufbewahren.

Wie muss die wöchentliche Downloadpflicht gehandhabt werden?

Die Speicher-/Downloadpflicht trifft nur den Arbeitgeber sowie die selbständigerwerbenden Fahrzeugführer (vgl. Art. 16a ARV 1; http://http://www.admin.ch/ch/d/sr/822_221/a16a.html). Solange die Fahrerkarte (FK) auf einer ARV-pflichtigen Fahrt noch nicht benutzt wurde, können auch keine Daten darauf abgespeichert sein. Ein eigentlicher Datendownload ist somit gar nicht möglich und muss daher auch nicht praktiziert werden. Erst ab der ersten Datenaufzeichung befinden sich Daten auf der FK, weshalb grundsätzlich nur ab diesem Zeitpunkt die Downloadpflicht beginnen kann. Bei längeren Fahrunterbrüchen besteht auch keine Downloadpflicht, da sich auch hier keine Daten auf der FK befinden. Dabei ist von einem Zeitrahmen von 1 Woche auszugehen, da die Fahrerkarte wöchentlich heruntergeladen werden muss. Mit anderen Worten: hat ein Fahrer innerhalb einer Woche keine Fahrten mit einem Fahrzeug mit DFS ausgeführt, so muss seine Fahrerkarte für diesen Zeitraum auch nicht heruntergeladen werden, zumal er für diesen Zeitraum ja über andere Kontrollmittel (z. B. Einlageblätter) verfügt.

Was wird auf der Fahrerkarte aufgezeichnet?

Auf der Fahrerkarte werden folgende Daten aufgezeichnet:

  • die Bezeichnung des ausstellenden Staats und der ausstellenden Behörde
  • die Dauer der Gültigkeit sowie das Ausstellungsdatum
  • Name,  Vorname, Geburtsdatum und Führerausweisnummer des Karteninhabers
  • Daten, welche die Benutzung des Fahrzeugs/der Fahrzeuge betreffen, wie Datum, Zeiten, Fahrzeug-Kennzeichen, Kilometerstand und Aktivitäten, gesamte gefahrene Strecke, Änderung der Aktivität (Fahrt/Pause usw.)
  • ob es einen oder zwei Fahrer gibt
  • Ereignisse, Fehler
  • Daten über Kontrollen

Wie prüfe ich meine Arbeitszeiten?

Die Zeiten können entweder an der Anzeige des digitalen Fahrtschreibers, auf einem Ausdruck oder durch Herunterladen der Daten von der Fahrerkarte und anschliessendem Auswerten durch eine geeignete Hard- und Software eingesehen werden.

Kann in die Daten Einblick genommen werden?

Die Daten können auf der Anzeige des digitalen Fahrtschreibers dargestellt, ausgedruckt oder mit entsprechenden Peripheriegeräten aus dem Fahrtschreiber auf ein externes Speichermedium ausgelesen werden.

Was passiert, wenn der Speicher des digitalen Fahrtschreibers voll ist?

Der Fahrtschreiber überschreibt die Daten wieder fortlaufend - zuerst die ältesten Daten, dann die zweitältesten, usw.

Weder das Unternehmen, die Werkstatt, das Vollzugsorgan noch der Fahrer können Daten aus dem digitalen Fahrtschreiber löschen.

Um zu verhindern, dass Daten ungespeichert überschrieben werden oder durch einen Defekt verloren gehen, müssen sie regelmässig auf ein externes Speichermedium ausgelesen und sicher aufbewahrt werden.

Was wird im digitalen Fahrtschreiber gespeichert?

Der Fahrtschreiber speichert

  • die Herstellerdaten des Gerätes und des Sensors
  • die Fahrzeug-Identifikationsnummer
  • die Stammnummer
  • Sicherheitselemente
  • Ereignisse, z. B. Überdrehzahl, Verfälschungen, Fehler/Probleme mit der Fahrerkarte/dem Fahrtschreiber
  • Identität des Fahrers und
  • seine Aktivitäten (Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten)
  • Geschwindigkeit, Geschwindigkeitsübertretungen
  • Kilometerstand (Wegstrecke)
  • Werkstattdaten
  • Kalibrierungsdaten
  • Kontrollaktivitäten durch Vollzugsorgane
  • Aktivitäten des Unternehmers (Herunterladen von Daten)

Wie lange speichert der digitale Fahrtschreiber die Daten?

Der digitale Fahrtschreiber ist so konstruiert, dass Daten bei einem durchschnittlichen Gebrauch für mindestens 365 Tage gespeichert werden.

Er speichert die gefahrene Geschwindigkeit während der letzten 24 Stunden tatsächlicher Fahrzeit detailliert (Sekundengenau).

Wie sichere ich die Daten des digitalen Fahrtschreibers?

Die Daten können mit entsprechender Hard- und Software aus dem Fahrtschreiber auf ein externes Speichermedium ausgelesen werden.

Aufgrund der Verpflichtung, die Daten jederzeit einem Kontrollorgan vorlegen zu müssen, ist Verwahrung und Sicherung nach dem üblichen Stand der Technik notwendig.

Die Auslieferungsform der Daten wird von der Vollzugsbehörde bestimmt.

Muss ich als Unternehmer die Fahreraufzeichnungen/Fahrerdaten aufbewahren?

Genau wie die Schaublätter müssen die Aufzeichnungen von jedem Fahrer während drei Jahren aufbewahrt werden. Da die ältesten Daten auf der Fahrerkarte überschrieben werden, müssen diese regelmässig (spätestens alle 21 Tage) auf ein externes Speichermedium ausgelesen werden, bevor sie überschrieben werden. Die im Fahrtschreiber gespeicherten Daten müssen für Betriebskontrollen jederzeit zugänglich aufbewahrt werden. Sie müssen daher regelmässig mindestens alle drei Monate aus dem Fahrtschreiber auf ein externes Speichermedium ausgelesen und geordnet aufbewahrt werden.

Wie sehe ich, welche Daten auf der Unternehmenskarte geladen sind?

Die Daten auf der Unternehmenskarte können eingesehen werden, indem diese mit einer geeigneten Hard- und Software auf einen Computer ausgelesen werden.

Auf der Unternehmenskarte sind keine Daten zu Fahreraktivitäten gespeichert.

Wie viele Daten werden auf der Unternehmenskarte erfasst?

Die Karte beinhaltet mindestens 230 Aufzeichnungen von Aktivitäten für die sie verwendet wurde.

Wo erhalte ich die Hard- und Software zum Herunterladen der Daten?

Die Hard- und Software für die Datenentladung (z.B. Downloadkey, PC, Laptop, Kartenleser, Schnittstellenkabel usw.) ist am freien Markt erhältlich.

Mehr dazu:

Können Daten auch online (z.B. über Mobilkommunikation) direkt aus dem Fahrtschreiber an ein Unternehmen übertragen werden?

Ja. Dazu ist aber der Einsatz der Unternehmenskarte nötig, welche diese Funktion erst ermöglicht. Nur mit der Fahrerkarte alleine kann dies nicht durchgeführt werden. Nähere Informationen gibt es direkt bei den entsprechenden Herstellern.

4. Bestellung Fahrerkarte

Wie bzw. wo erhalte ich eine Fahrerkarte?

Mindestanforderung ist der Führerausweis im Kreditkartenformat (FAK) und die Berechtigung, ein Fahrzeug zu führen, das unter die Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV 1) fällt.
Die Fahrerkarte erhalten Sie hier:

Wie gehe ich bei einer Adressänderung vor?

Die Adressänderung für den Führerausweis im Kreditkartenformat (FAK) muss der kantonalen Stelle nach Art. 26 Abs. 2, VZV innert vierzehn Tagen gemeldet werden. Die neue Adresse wird im System aufgenommen. Die Fahrerkarte muss nicht gemeldet werden.

Wie gehe ich bei einer Namensänderung vor?

Die Namensänderung muss der kantonalen Stelle nach Art. 26 Abs. 1, VZV innert vierzehn Tagen gemeldet werden. In diesem Fall muss auch eine neue Fahrerkarte beantragt/ausgestellt werden.

Kann die Ausstellung einer Fahrerkarte verweigert werden?

Ja. Gründe können sein, dass bereits eine Fahrerkarte für die Person existiert oder dass die erforderliche Führerausweiskategorie (B, C oder D) nicht vorhanden ist. Die Karte kann auch bei falschen Angaben auf dem Antrag verweigert werden.

Benötigen Fahrlehrer oder Fahrschüler eine Fahrerkarte?

Da LKW-Fahrlehrer und Fahrschüler auf reinen Lehrfahrten nicht ARV-pflichtig sind, brauchen sie auch keine Fahrerkarte (vgl. Art. 4 Abs. 2 Bst. e ARV 1). Es genügt daher, den digitalen Fahrtschreiber auf "Kontrollgerät nicht erforderlich" zu schalten. Bei gewerbsmässigem Gütertransport, bei dem die Fahrer der ARV 1 unterliegen, ist eine Fahrerkarte nötig.

In der Praxis ist es bei reinen Lehrfahrten so, dass bei analogen Fahrtschreibern Einlageblätter übungshalber verwendet werden, denn ARV 1-Kenntnisse gehören zur Ausbildung und sind Inhalt der Führerprüfung. Daher wäre es denkbar, dass der Fahrschüler (sofern er eine Karte hat) oder der Fahrlehrer eine Karte für Übungszwecke einschiebt.

Voraussetzung für die Erteilung einer Fahrerkarte ist ein Lehrfahrausweis oder Führerausweis im Kreditkartenformat (FAK) der Kategorien B, C, D oder der Unterkategorien C1 oder D1.

Kann eine Fahrerkarte eines EU Landes in eine Schweizer Fahrerkarte getauscht werden?

Art. 13b ARV 1:

1) Fahrerkarten werden Führern und Führerinnen erteilt, die einen Lernfahr- oder Führerausweis im Kreditkartenformat (FAK) der Kategorien B, C, D oder der Unterkategorien C1 oder D1 oder der Spezialkategorie F (Art. 3 Abs. 1 und 2 VZV2) besitzen. Fahrzeugführern und Fahrzeugführerinnen aus dem Ausland, die einen schweizerischen Führerausweis benötigen (Art. 42 Abs. 3bis VZV), dürfen keine Fahrerkarten erteilt werden, wenn sie Wohnsitz in einem EU-Staat haben.

5) Hat der Inhaber oder die Inhaberin einer von einem ausländischen Staat erteilten gültigen Fahrerkarte den Wohnsitz in die Schweiz verlegt, so kann er oder sie beim Bundesamt für Strassen ein Gesuch um Umtausch der Fahrerkarte stellen. Die ausländische Fahrerkarte muss dem Bundesamt für Strassen abgegeben werden.

Wie lange ist die Fahrerkarte gültig?

Die Gültigkeit beträgt 5 Jahre.

Wie viele Fahrerkarten darf man besitzen?

Jeder Lenker darf europaweit nur eine gültige Fahrerkarte besitzen.

Kann ich eine bestellte Fahrtschreiberkarte widerrufen?  

Bestellte Fahrtschreiberkarten werden grundsätzlich - unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben - produziert. Werden bestellte Fahrtschreiberkarten innert nützlicher Frist, d.h. vor Anlauf der Produktion, widerrufen, dann werden diese Fahrtschreiberkarten nicht produziert. Bei der Vorauszahlung per Debit- oder Kreditkarte kann ein gestelltes und bewilligtes Gesuch nur gleichentags (spätestens bis 16.00 Uhr) annulliert werden.

Produzierte Fahrtschreiberkarten müssen in jedem Fall bezahlt werden!

Dürfen Fahrerkarten an Personen (z.B. Grenzgänger, 120-Tage Bewilligung, etc.) mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz ausgegeben werden, wenn diese im Besitz eines Führerausweises im Kreditkartenformat (FAK) sind?

ARV 1 Art. 13b: „Fahrzeugführern und Fahrzeugführerinnen aus dem Ausland, die einen schweizerischen Führerausweis benötigen (Art. 42 Abs. 3bis VZV), dürfen keine Fahrerkarten erteilt werden, wenn sie Wohnsitz in einem EU-Staat haben." Sinngemäss gilt die Regelung auch für alle anderen Länder, die bereits Karten ausgeben oder dies in sehr naher Zukunft können. Bei Gesuchstellern mit Wohnsitz in einem Land, das noch keine Karten ausgibt, kann dem Gesuch stattgegeben werden. Bei jedem Ersatz- oder Erneuerungsgesuch muss erneut geprüft werden, ob das Wohnsitzland immer noch keine Karten ausgibt. Eine Überprüfung während der Kartenlaufzeit ist nicht notwendig, da bei einem Kartenantrag im Ausland das Schweizer Register abgefragt wird.

5. Umgang mit der Fahrerkarte

Was mache ich, wenn meine Karte abläuft?

Für Karten, welche in den folgenden sechs Monaten ablaufen, kann eine neue Karte beantragt werden. Wenn das Erneuerungsgesuch bis vierzehn Tage vor Ablauf der Karte bei der Gesuchsannahmestelle eintrifft, können wir eine nahtlose Ausstellung der neuen Karte garantieren.

Die alten Karten können nach Ablauf der Gültigkeitsdauer vernichtet werden (nach der Ausweispflicht der 28 Tage). Gerne können Sie uns diese Karten zustellen; wir unterstützen das Karten-Recycling.

Was passiert, wenn ich die Fahrerkarte vergesse?

Ohne Fahrerkarte darf ein Fahrzeug mit digitalem Fahrtschreiber auf öffentlichen Strassen nicht gefahren werden.

Ausnahme: Wenn die Fahrt oder der Fahrer nicht der ARV unterliegt.

Was passiert, wenn die Fahrerkarte nicht funktioniert?

Die Fehlfunktion der Fahrerkarte ist der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates zu melden. Die Karte muss zusammen mit der Meldung abgegeben werden. Die Fahrt darf dann ohne Fahrerkarte während eines Zeitraums von höchstens 15 Kalendertagen fortgesetzt werden bzw. während eines längeren Zeitraums, wenn das für die Rückkehr des Fahrzeugs zu dem Standort des Unternehmens erforderlich ist. Dazu ist ein Nachweis nötig, dass es unmöglich war, die Fahrerkarte während dieses Zeitraums zu benutzen. Bei einer Fahrt ohne Fahrerkarte muss am Ende der Fahrt ein Ausdruck erstellt werden und mit Angaben zur Person (Name und Nummer des Führerscheins oder Name und Nummer der Fahrerkarte) sowie mit einer Unterschrift versehen werden. Bei einem Defekt der Fahrerkarte muss bei der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates innerhalb von sieben Kalendertagen ein Antrag auf Ersatz der Karte gestellt werden.

Was geschieht, wenn ich die Fahrerkarte verliere?

Der Verlust der Fahrerkarte ist der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates zu melden. Die Fahrt darf dann ohne Fahrerkarte während eines Zeitraums von höchstens 15 Kalendertagen fortgesetzt werden bzw. während eines längeren Zeitraums, wenn das für die Rückkehr des Fahrzeugs zu dem Standort des Unternehmens erforderlich ist. Dazu ist ein Nachweis nötig, dass es unmöglich war, die Fahrerkarte während dieses Zeitraums zu benutzen. Bei einer Fahrt ohne Fahrerkarte muss am Ende der Fahrt ein Ausdruck erstellt werden und mit Angaben zur Person (Name und Nummer des Führerscheins oder Name und Nummer der Fahrerkarte) sowie mit einer Unterschrift versehen werden. Bei Verlust der Fahrerkarte muss bei der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates innerhalb von sieben Kalendertagen ein Antrag auf Ersatz der Karte gestellt werden. (Siehe auch Artikel 16 Abs. 2 Verordnung 3821/85/EWG in der Fassung Verordnung 2135/98/EG)

Kann meine Fahrerkarte eingezogen oder für ungültig erklärt werden?

Ja, wenn sich herausstellt, dass die Karte gefälscht ist, ein anderer Fahrer die Karte benutzt bzw. benutzt hat oder die Karte unter Vortäuschung falscher Tatsachen und/oder gefälschter Dokumente erschlichen wurde.

Was passiert, wenn die Fahrerkarte gestohlen wird?

Der Diebstahl der Fahrerkarte ist der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates und dem Staat, in dem der Diebstahl geschah zu melden. Die Fahrt darf dann ohne Fahrerkarte während eines Zeitraums von höchstens 15 Kalendertagen fortgesetzt werden bzw. während eines längeren Zeitraums, wenn das für die Rückkehr des Fahrzeugs zu dem Standort des Unternehmens erforderlich ist. Dazu ist ein Nachweis nötig, dass es unmöglich war, die Fahrerkarte während dieses Zeitraums zu benutzen. Bei einer Fahrt ohne Fahrerkarte muss am Ende der Fahrt ein Ausdruck erstellt werden und mit Angaben zur Person (Name und Nummer des Führerscheins oder Name und Nummer der Fahrerkarte) sowie mit einer Unterschrift versehen werden. Bei einem Diebstahl der Fahrerkarte muss bei der zuständigen Behörde des ausstellenden Staates innerhalb von sieben Kalendertagen ein Antrag auf Ersatz der Karte gestellt werden.

Was passiert mit der Fahrerkarte, wenn ich meine Beschäftigung als Fahrer aufgebe?

Die Fahrerkarte kann der Ausstellungsbehörde zurückgegeben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Daten auf der Fahrerkarte allen Firmen zur Verfügung gestellt werden, für die gearbeitet wurde. Es besteht keine Pflicht, die Karte zurück zu geben. Nach Ablauf verliert die Karte automatisch ihre Gültigkeit.

Wer ist für die Aufbewahrung der Fahrerkarte verantwortlich?

Der Inhaber der Fahrerkarte ist für die sichere Aufbewahrung der Karte verantwortlich.
Die Fahrerkarte sollte nie irgendwo liegen gelassen oder jemandem geliehen werden.
Wenn ein anderer Fahrer die Fahrerkarte verwendet, stellt dies einen Missbrauch dar.
Bei einer Kontrolle wird die Karte beschlagnahmt. Sie verliert damit ihre Gültigkeit und es muss eine neue Fahrerkarte beantragt werden.
Weitere rechtliche Schritte der Vollzugsbehörde gegen Karteneigentümer und Benutzer sind möglich.

Wie kann ich Daten auf der Fahrerkarte löschen?

Es gibt keine Möglichkeit, die Daten auf der Karte zu löschen. Wenn der Speicher voll ist, werden die ältesten Daten mit den neuesten überschrieben. Es ist deshalb wichtig, die Daten regelmässig mit einem geeigneten Gerät aus der Fahrerkarte auszulesen.

Wirkt sich der Entzug der Fahrerlaubnis auf die Fahrerkarte aus?

Nein. Die Fahrerkarte wird nicht entzogen. Die Fahrerkarte ist kein Ersatz für den Führerausweis, da sie keine Fahrerlaubnis darstellt.

Wozu dient die Fahrerkarte?

Die Fahrerkarte enthält die Daten zur Identität des Fahrers und speichert seine Tätigkeitsdaten. Sie ersetzt im digitalen Fahrtschreiber die Schaublätter des analogen Systems.

Benötige ich verschiedene Fahrerkarten für Busse und Lastkraftwagen?

Nein. Die Fahrerkarte kann in jedem Fabrikat und Modell des digitalen Fahrtschreibers verwendet werden, unabhängig vom Fahrzeug, in dem das Gerät eingebaut ist.

6. Fahrtschreiberkarten allgemein

Welche Arten von Karten gibt es?

Es gibt vier Kartentypen: Fahrer-, Unternehmens-, Werkstatt- und Kontrollkarten.

Wie viel kostet die Fahrtschreiberkarte? 

Die Kosten belaufen sich auf:

  • 70.00 CHF bei Onlinebestellung/85.00 CHF bei Papierbestellung für die Fahrerkarte
  • 70.00 CHF bei Onlinebestellung/85.00 CHF bei Papierbestellung für die Unternehmenskarte
  • 70.00 CHF für die Werkstattkarte
  • 45.00 CHF für die Kontrollkarte

Wie viele Arten von Fahrtschreiberkarten darf ich besitzen?

Der Besitz von Fahrtschreiberkarten ist an bestimmte Funktionen gebunden (Fahrer, Unternehmen, Werkstatt, Vollzugsbehörde). Ein selbstständiger Transportunternehmer mit Ausbildungsnachweis zur Kalibrierung des digitalen Fahrtschreibers kann theoretisch Fahrerkarte, Werkstattkarte und Unternehmenskarte besitzen, sofern die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Aus Gründen des Datenschutzes ist es nicht empfehlenswert, dass angestellte Fahrer gleichzeitig eine Unternehmenskarte besitzen oder zur Verfügung gestellt bekommen.

Muss die Ausweisnummer auf dem Führerausweis und die Ausweisnummer auf der Fahrerkarte identisch sein?

Nach Anhang 1B (Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 über das Kontrollgerät im Strassenverkehr), Absatz "IV - BAUART- UND KONSTRUKTIONSMERKMALE DER KONTROLLGERÄTKARTEN", muss die zum Ausstellungszeitpunkt der Fahrerkarte gültige Führerscheinnummer auf der Fahrerkarte aufgeführt sein. Auch der Chip muss mit der Führerscheinnummer zum Ausstellungsdatum personalisiert werden.

Nach dem Ausstellungsdatum kann die Ausweisnummer auf der Fahrerkarte allerdings von der Ausweisnummer auf dem Führerausweis abweichen. Dieser Fall tritt ein, wenn bei Ausstellung eines neuen Führerausweises die Laufnummer (dies entspricht den letzten drei Stellen der Führerausweisnummer) erhöht wird.

Bei der Erneuerung der Fahrerkarte muss die Ausweisnummer zum Ausstellungsdatum wieder übereinstimmen.

Dieses Erfordernis wird von uns und unserem DFS-System auch so gehandhabt.

Was geschieht mit einer konfiszierten Fahrerkarte?

Die konfiszierte Fahrerkarte wird der ausstellenden Behörde (In- und Ausland) zugestellt und entsprechend gemeldet. Es muss eine neue Karte im Wohnsitzland beantragt werden.

Ist die Fahrerkarte ein Teil des Führerausweises?

Nein. Die Fahrerkarte stellt keine Berechtigung zum Führen eines Fahrzeugs dar.

Darf ich zusätzlich zu einer Werkstattkarte noch eine weitere Karte besitzen?

Wer Inhaber einer Werkstattkarte ist, kann gleichzeitig eine Fahrerkarte für den persönlichen Gebrauch sowie eine Unternehmenskarte (als selbstständig erwerbende Person) besitzen.

Wo erhalte ich weitere Informationen zu den Fahrtschreiberkarten?

Wenn Sie online nicht fündig werden, können Sie uns auch telefonisch und per E-Mail erreichen. Fragen zur Kartenausstellung, zu Lieferterminen, Fehlern auf Karten und Rechnungen, sowie zu doppelten oder fehlenden Karten können direkt an die Hotline gestellt werden: 058 465 17 67 (Mo-FR 08:30 - 11:00). Das ASTRA ist für sonstige Fragen unter dfs@astra.admin.ch erreichbar.

7. Kontrollen / Rechtliche Vorschriften

Wo kann ich mehr über die rechtlichen Hintergründe erfahren?

Die rechtlichen Grundlagen sind in der Verordnung 2135/98/EG vom 24. September 1998 zu finden. Weitere Informationen sind in den Verordnungen 3820/85/EWG und 3821/85/EWG sowie Richtlinie 88/599/EWG festgehalten.

Was muss ich vorweisen können, wenn ich bei einer Kontrolle ein Fahrzeug mit digitalem Fahrtschreiber lenke?

Bei einer Kontrolle muss folgendes vorgelegt werden können: Die Fahrerkarte oder die Ausdrucke, welche als Ersatz für eine nicht mitgeführte (verlorene, gestohlene, defekte) Fahrerkarte gemacht wurden und die Schaublätter für den vorgeschriebenen Zeitraum, falls in dieser Zeit ein Fahrzeug geführt wurde, das mit einem analogen Fahrtschreiber ausgerüstet ist. Ausserdem das Arbeitsbuch mit den entsprechenden Aufzeichnungen.

Was muss man vorweisen können, wenn man bei einer Kontrolle ein Fahrzeug mit Fahrtschreiber lenkt?

Den Kontrollbeamten müssen auf Verlangen jederzeit die Arbeitszeitaufzeichnungen (Einlageblätter, Arbeitsbuch, Tagesrapporte usw.) für den aktuellen Tag und die letzten 28 Tage vorgewiesen werden. In diesem Fall muss auch für arbeitsfreie Tage eine Bescheinigung vom Arbeitgeber vorgewiesen werden.

Muss der Fahrer/die Fahrerin die Fahrerkarte in der Freizeit mitführen?

Weder die schweizerische Chauffeurverordnung (ARV 1) noch die international geltenden Sozialvorschriften (Europäisches Übereinkommen über die Arbeit des im internationalen Strassenverkehr beschäftigten Fahrpersonals, AETR) noch die Fahrtschreiberbestimmungen (Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 über das Kontrollgerät im Strassenverkehr) schreiben vor, dass eine allfällig vorhandene Fahrerkarte bei einer Strassenkontrolle vorgelegt werden muss, wenn zum Kontrollzeitpunkt kein Fahrzeug gelenkt wird, das mit einem Kontrollgerät (Fahrtschreiber) ausgerüstet sein muss bzw. der Fahrer zu diesem Zeitpunkt nicht den Sozialvorschriften untersteht. Das heisst z. B., dass ein Lastwagenchauffeur, der am Sonntag mit seinem Personenwagen zu einem Familienfest fährt oder der seinen Personenwagen während x Ferientagen privat verwendet, anlässlich einer zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Strassenkontrolle weder im In- noch Ausland seine Fahrerkarte vorweisen muss.

Darf ich im Zwei-Mann-Betrieb fahren, wenn der Beifahrer zwar eine Fahrerkarte, jedoch keinen Führerausweis hat?

Im Zwei-Mann-Betrieb müssen beide Fahrer eine gültige Fahrberechtigung haben. Die Fahrerkarte des Beifahrers berechtigt diesen nicht zum Führen eines Fahrzeugs. (Siehe Artikel 6 ARV 1)

Wie werden gemietete Fahrzeuge gehandhabt?

Mit der Unternehmenskarte können die Daten einer Unternehmung gegenüber anderen Benutzern des Fahrzeugs gesperrt werden.

Es ist dafür zu sorgen, dass die Daten nach der Miete mit einem geeigneten Gerät und der Unternehmenskarte aus dem Fahrtschreiber ausgelesen und mitgenommen werden. Dies jedoch nur, wenn der Fahrer und die Fahrt den gesetzlichen Vorschriften unterliegen.

Kontrollorgane können alle Daten des Fahrtschreibers des gemieteten Fahrzeuges ansehen oder herunterladen.

Was ein Mieter und Vermieter tun muss, finden Sie in der ARV 1 beschrieben (siehe Link zum Dokument auf der rechten Seite):

  • Art. 14d 31 Digitaler Fahrtschreiber bei Mietfahrzeugen
  • Art. 16a 34 Herunterladen von Daten beim digitalen Fahrtschreiber

Praktisch kann das vom Vermieter und Mieter wie folgt gehandhabt werden:

Möglichkeit 1: Mieter und Vermieter schützen den DFS abwechslungsweise mit ihren UK

Unternehmenskarte (UK) Vermieter einschieben, anmelden

Erste Vermietung

  • Mieter schiebt seine UK ein, meldet sich an
  • Chauffeure des Mieters schieben ihre Fahrerkarten ein, fahren

Rückgabe:

  • der letzte Chauffeur des Mieters schiebt die UK seiner Firma ein
  • lädt die Daten seiner Firma herunter
  • meldet seine Firma ab

Vermieter schiebt seine UK ein, meldet sich an

Zweite Vermietung gleiches Vorgehen wie 2.

Hier kann jede UK nur diejenigen Daten aus dem DFS herunterladen, die mit der eigenen UK geschützt wurden oder bei denen kein Unternehmerschutz vorgenommen worden ist. Im letzteren Falle ist der Datenschutz nicht gewährleistet.

Möglichkeit 2: Vermieter schützt den DFS mit seiner UK

Die UK des Vermieters schützt alle Daten im DFS und kann auch alle herunterladen.

Falls ein Mieter trotzdem seine eigene UK steckt, schliesst er damit automatisch den Bereich des Vermieters ab und kann nicht auf diese Daten zugreifen oder sie herunterladen.

Sicherheitshalber müsste der Vermieter nach jeder Miete seine UK stecken, um sicherzustellen, dass die Vermieter UK den Inhalt des DFS schützt.

Der Vermieter hat die Arbeit des Herunterladens der Daten und der Zurverfügungstellung an den Mieter.

Unternehmenskarte (UK) Vermieter einschieben, anmelden

Erste Vermietung

Die Chauffeure des Mieters schieben ihre Fahrerkarten ein, fahren

Rückgabe:

  • Vermieter schiebt seine UK ein, ist bereits angemeldet
  • lädt die Daten des Mieters herunter
  • stellt die Daten dem Mieter zur Verfügung

Zweite Vermietung

Chauffeure des Mieters schieben ihre Fahrerkarten ein, fahren

Rückgabe:

Erster Fall

  • Vermieter schiebt seine UK ein, ist bereits angemeldet oder = siehe zweiter Fall
  • lädt die Daten des Mieters herunter
  • stellt die Daten dem Mieter zur Verfügung

Zweiter Fall

  • Vermieter schiebt seine UK ein, meldet sich damit an, wenn der Mieter seine UK in der Zwischenzeit gesteckt hätte.
  • Bittet den Mieter, seine Daten mit der Mieter UK herunterzuladen.

Wenn der Chauffeur keine UK seiner Firma besitzt, können die Daten nicht heruntergeladen werden!
Die entsprechende UK müsste dem Chauffeur/Vermieter zur Verfügung stehen. Das Herunterladen müsste später erfolgen. Der Vermieter kann seiner Pflicht hier nicht sofort nachkommen oder überhaupt nicht, wenn er die UK des Mieters nicht erhält.

Wie muss ich mich beim Fahren mit einem Kleinbus im Ausland verhalten?

Zu Mietfahrzeugen mit mehr als 9 Sitzplätzen:

Wenn ein Mietfahrzeug mehr als 9 Sitzplätze (inkl. Führersitz) hat, unterliegt der Fahrzeugführer im internationalen Verkehr der ARV 1 (vgl. Art. 3 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 ARV 1, http://www.admin.ch/ch/d/sr/822_221/index.html, und auch den damit übereinstimmenden Art. 2 Ziff. 2 Bst. b Ziff. 1 des AETR; http://www.admin.ch/ch/d/sr/0_822_725_22/index.html). Nur im Binnenverkehr wäre der Führer allenfalls (Fahrzeug hat nicht mehr als 16 Sitzplätze ausser dem Führersitz) von der ARV 1 ausgenommen (vgl. Art. 4 Abs. 2 Bst. a ARV 1).

Fahrzeuge, deren Führer der ARV 1 unterstehen, müssen mit einem Fahrtschreiber ausgerüstet sein (vgl. Art. 100 Abs. 1 VTS;http://www.admin.ch/ch/d/sr/741_41/index.html). Der vorgeschriebene Fahrtschreiber ist ständig in Betrieb zu halten und richtig zu bedienen (vgl. Art. 3 Abs. 4 VRV; http://www.admin.ch/ch/d/sr/741_11/index.html).

Handelt es beim Fahrtschreiber um einen digitalen Fahrtschreiber, kann dieser nur mit einer Fahrerkarte richtig bedient werden (vgl. Art. 14 und 14b ARV 1).

Daraus folgt: Mietwagenkunden, die mit einem Fahrzeug mit digitalem Fahrtschreiber und mit mehr als 9 Sitzplätzen (inkl. Führersitz) internationale Fahrten durchführen wollen, müssen im Besitze einer Fahrerkarte sein. Eine Ausnahme davon gibt es nicht.

In welcher Art und mit welchem Inhalt erfolgt die Kontrolle im Betrieb?

Die Kontrolle ändert sich unabhängig von den verwendeten Geräten nicht. Die Regeln der Arbeits- und Ruhezeitverordnung sowie der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge kommen dabei zur Anwendung.

Kann man für eine auf dem digitalen Fahrtschreiber registrierte Geschwindigkeitsübertretung eine Busse bekommen?

Werden bei einer Überprüfung der Fahrtschreiberaufzeichnungen zwecks Kontrolle der Arbeits- und Ruhezeit auf der Strasse, im Betrieb oder zur Unfallabklärung anderer Verstösse, wie z. B. Geschwindigkeitsüberschreitungen, festgestellt, so dürfen die Aufzeichnungen zur Eröffnung eines Strafverfahrens oder Ahndung mit einer Ordnungsbusse wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verwendet werden. Dagegen ist es unzulässig, voraussetzungslos anhand der Fahrtschreiberaufzeichnungen nachträglich die in einem beliebigen Zeitpunkt gefahrene Geschwindigkeit zu kontrollieren. Ferner darf das Einlageblatt als Beweismittel herangezogen werden, wenn die Polizei durch eigene Wahrnehmung feststellt, dass ein Fahrzeug zu schnell fährt.
Bei digitalen Fahrtschreibern und Restwegschreibern ist von der angezeigten Geschwindigkeit eine Sicherheitsmarge von 6 km/h abzuziehen.

In welcher Art und mit welchem Inhalt erfolgt die Kontrolle auf der Strasse?

Die Kontrolle ändert sich durch die Art der verwendeten Geräte nicht.

8. Unternehmen / Unternehmenskarte

Wozu dient die Unternehmenskarte?

Die Unternehmenskarte weist das Unternehmen aus und ermöglicht die Anzeige, das Herunterladen und den Ausdruck der Daten, die im Fahrtschreiber für diese Firma gespeichert sind.

Wie bzw. wo bekomme ich eine Unternehmenskarte und was kostet sie?

Anträge für Unternehmenskarten werden vom Bundesamt für Strassen entgegen genommen.

Preis: 70.00 CHF für Onlinegesuche/85.00 CHF für Papiergesuche

Wie viele Unternehmenskarten kann eine Firma haben?

Je nach den Betriebserfordernissen, denn eine Beschränkung ist nicht vorgesehen.

Es ist aber wichtig, dass der Hauptsitz der Unternehmung sämtliche Karten auch für deren Filialen unter derselben Unternehmensnummer beschafft.
Nur so kann sie die Daten aller Fahrzeuge mit jeder ihrer Unternehmenskarten korrekt schützen und später auch herunter laden.

Wer kann eine Unternehmenskarte beantragen?

Jedes Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz sowie selbstständig erwerbende Personen mit Wohnsitz in der Schweiz.

Brauchen selbstständiger Lenker eine Unternehmenskarte?

Ja, um die Daten im digitalen Fahrtschreiber vor fremdem Zugriff zu schützen.
So etwa beim Mieten, Vermieten oder beim Verkauf eines Fahrzeugs.

Die Daten sind vom Zeitpunkt an geschützt, an welchem die Unternehmenskarte eingesteckt wird. Dabei wird der vorangegangene Datenbereich gesperrt.

Die Unternehmenskarte funktioniert wie ein Schlüssel, mit dem die eigenen Daten aus dem Fahrtschreiber herunter geladen werden können, fremde aber nicht.

Braucht man unterschiedliche Unternehmenskarten für die Filialen eines Unternehmens?

Grundsätzlich kann ein Unternehmen so viele Karten bestellen, wie es braucht.
Mit der Unternehmenskarte wird ein Datenbereich im digitalen Fahrtschreiber eröffnet.
Wird eine andere Karte eingesteckt, schliesst diese den vorangegangenen und eröffnet einen neuen Datenbereich. Dies wird durch die ersten 13 Stellen der Kartennummer gesteuert.

Um zu verhindern, dass innerhalb eines Unternehmens mehrere Datenbereiche auf dem digitalen Fahrtschreiber angelegt werden, müssen die ersten 13 Stellen der Kartennummern eines Unternehmens identisch sein. Dies wird durch die Kartenausgabestelle gewährleistet. Dort werden die Unternehmen und deren Filialen erfasst.

Bei der Kartenbestellung muss deshalb unbedingt darauf hingewiesen werden, dass bereits Karten für das Unternehmen bzw. die Filiale existieren.

Die Entscheidung liegt bei den Unternehmen, ob alle Fahrtschreiber eines Unternehmens oder nur diejenigen innerhalb der Ableger mit allen oder nur den Ableger spezifischen Unternehmenskarten ausgelesen werden können.

Kann ich anstelle der Unternehmenskarte meine Werkstattkarte benutzen?

Nein. Unternehmens- und Werkstattkarten haben unterschiedliche Funktionen.

Was passiert, wenn die Unternehmenskarte ihre Gültigkeit verliert?

Für die Karte kann ab 6 Monaten vor Ablauf der Gültigkeit eine Erneuerungskarte beantragt werden. Für die neue Karte beginnt die Gültigkeit ab dem Moment, in dem die alte Karte abläuft.

Da zwischen Antrag und Erhalt der Karte bis zu fünf Werktage liegen können, sollte die Erneuerungskarte rechtzeitig bestellt werden.

Was passiert, wenn die Unternehmenskarte nicht mehr funktioniert, gestohlen wird oder verloren geht?

Es kann eine Ersatzkarte oder eine neue Karte beantragt werden.

Welche Daten sind auf der Unternehmenskarte ersichtlich und gespeichert?

Die Karte beinhaltet:

  • Identifikationsdaten und Daten zu den Vorgängen (Datenbereiche sperren und herunterladen)
  • Identifikationsdaten: Kartennummer Ausstellungsland, -organ, -datum, Gültigkeitsdauer, Unternehmensnamen und Adresse
  • Daten zu den Vorgängen: die ausgeführten Aktivitäten (Fahrtschreiber/Herunterladen der Karte)
  • Zeitraum des Herunterladens
  • Fahrzeugregistrierung und Registrierungsbehörde

Die Unternehmenskarte ermöglicht das Auslesen von Daten aus dem digitalen Fahrtschreiber auf ein externes Speichermedium (Download Stick, Handheld Computer, Labtop, usw.).
Die Daten werden also nicht auf der Unternehmenskarte selber gespeichert sondern auf ein separates Gerät, da sie ein zu geringes Speichervolumen besitzt.

Ein Fuhrunternehmen hat mehrere Fahrzeuge und tauscht ein Fahrzeug gegen eines mit einem digitalen Fahrtschreiber aus. Müssen dann alle Fahrer im Unternehmen eine Fahrerkarte besitzen?

Nur die Fahrer, die das neue Fahrzeug fahren, müssen eine Fahrerkarte besitzen.

Ist es von Bedeutung, ob der Fahrer ein überlassener Arbeitnehmer (Leiharbeiter) ist?

Nein. In diesem Fall gelten die gleichen Bestimmungen wie für jeden anderen Fahrer.

Wie kann ich Daten auf der Unternehmenskarte löschen?

Es gibt keine Möglichkeit, die Daten auf der Karte zu löschen.

Wenn der Speicher voll ist, werden die ältesten Daten mit den neuesten überschrieben.

Es ist deshalb wichtig, die Daten regelmässig mit einem geeigneten Gerät aus der Karte auszulesen.

Wie werden Aufzeichnungen von unternehmensfremden Lenkern (z.B. Leiharbeitern) gehandhabt?

Um der gesetzlichen Verpflichtung der Planung der Lenker nachkommen zu können, ist der Zugang zu Vortätigkeiten des unternehmensfremden Lenkers nötig.
Geeignete Mittel sind Ausdrucke der unmittelbaren Vortätigkeit (auch bei anderen Unternehmen) oder das Auslesen der Fahrerkarte.

Nur so kann gewährleistet werden, dass die vorgesehenen täglichen bzw. wöchentlichen Ruhezeiten eingehalten werden können.

Wie lang sind die Unternehmenskarten gültig?

Die Unternehmenskarte ist 5 Jahre gültig.

9. Montagestellen / Werkstattkarte

Wozu dient die Werkstattkarte?

Die Werkstattkarte weist den Karteninhaber aus und ermöglicht die Prüfung und Kalibrierung des digitalen Fahrtschreibers.

Für wen werden die Werkstattkarten ausgestellt?

Werkstattkarten werden für qualifiziertes Werkstattpersonal ausgestellt, das die digitalen Fahrtschreiber im Rahmen ermächtigter Werkstätten einbaut und kalibriert und sich einer entsprechenden Ausbildung unterzogen hat.

Wie viele Karten kann eine Werkstatt haben?

Werkstattkarten werden nur an qualifiziertes Werkstattpersonal ausgegeben.

Jede Person darf nur eine Werkstattkarte pro Werkstatt besitzen.

Bei mehreren Arbeitgebern (Werkstätten) kann dieselbe Person pro Werkstatt eine Werkstattkarte erhalten.

Müssen LKW-Mechaniker auch eine Fahrerkarte besitzen?

Mechaniker benötigen auf Testfahrten keine Fahrerkarte, da Testfahrten nicht unter die Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV 1) fallen. Es ist aber freigestellt, dennoch eine Fahrerkarte zu beantragen und diese bei Testfahrten einzusetzen. Zudem kann die persönliche Werkstattkarte ebenfalls für Testfahrten verwendet werden.

Kann die Ausstellung einer Werkstattkarte verweigert werden?

Ja, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Hierzu zählen z. B. fehlende Eignung und Zuverlässigkeit der Werkstatt und unqualifiziertes Personal.

Kann für die Kalibrierung des digitalen Fahrtschreibers anstelle der Werkstattkarte eine andere Karte (Unternehmens-, Kontroll-, oder Fahrerkarte) verwendet werden?

Nein.

Muss die Werkstatt Fahrer- oder Unternehmensdaten aufbewahren?

Daten aus Fahrerkarten: nein.
Daten aus Fahrtschreibern: ja.

Bei einem Ersatz muss sie die Daten auf ein externes Speichermedium auslesen, den letzten Halter benachrichtigen und ihm seine Daten auf Verlangen aushändigen.

Die Werkstatt hat die herunter geladenen Daten drei Jahre lang aufzubewahren und nach Ablauf dieser Frist zu löschen.

Muss ich für den Erwerb einer Werkstattkarte eine Fahrerlaubnis besitzen?

Nein, man braucht keine Fahrerlaubnis, um eine Werkstattkarte zu erhalten. Bei Testfahrten ersetzt sie jedoch nicht die Fahrerlaubnis der entsprechenden Kategorie.

Muss sich das Personal einer Ausbildung unterziehen?

Ja, denn mit dem System des digitalen Fahrtschreibers werden einige Neuerungen eingeführt, die unbedingt einzuhalten und zu beachten sind.

Ein Nachweis über die entsprechenden Kenntnisse ist bei der Beantragung der Werkstattkarte erforderlich.

Wann soll ich eine Werkstattkarte beantragen?

Die Werkstätten müssen die neuen Geräte kalibrieren. Es ist deshalb zweckmässig, die Karte rechtzeitig vor dem Einsatz zu beantragen.

Was passiert, wenn die Werkstattkarte plötzlich nicht mehr funktioniert, gestohlen oder verloren wird oder die Gültigkeit abläuft?

Bei der ausstellenden Behörde kann eine Ersatzkarte beantragt werden.

Eine noch gültige Karte muss der ausstellenden Behörde zurückgegeben werden.

Welche Anforderungen bezüglich der Plombierung gibt es?

Bei digitalen Fahrtschreibern wird die Verbindung zwischen Getriebe und Sensor wie bisher plombiert.

Welche Ausrüstung ist für die Kalibrierung notwendig?

Je nach Hersteller können bestehende Kalibriergeräte mit ergänzender Hardware und durch einen Softwareupdate auf den neuesten Stand gebracht werden. Informationen dazu erteilen die Hersteller der digitalen Fahrtschreiber.

Wenn ich bereits für die Arbeiten an analogen Fahrtschreibern berechtigt bin, gilt diese Berechtigung auch für digitale Fahrtschreiber?

Nein, das System des digitalen Fahrtschreibers erfordert erweiterte Kenntnisse.

Wer soll die Werkstattkarte anwenden und wofür?

Die Werkstattkarte wird von ermächtigten Mechanikern verwendet, welche die digitalen Fahrtschreiber in zugelassenen Werkstätten einbauen und kalibrieren.

Die Karte ist persönlich und nicht übertragbar.

Bevor der Mechaniker mit der Karte an einem digitalen Fahrtschreiber arbeiten kann, muss er seinen persönlichen PIN Code eingeben.

Jede Intervention mit einer Werkstattkarte wird im Fahrtschreiber sowie auf der Karte selber gespeichert.

Wer wird die Ausbildung/Prüfung durchführen?

Die bisherigen Ausbildungsorganisationen, die Hersteller der digitalen Fahrtschreiber oder deren Landesvertreter bieten die nötigen Ausbildungsprogramme an.

Werden die Fahrzeuge bereits während der Herstellung im Werk kalibriert?

Das Gerät wird vom Hersteller generell vorkalibriert und aktiviert.

Mit der Aktivierung beginnt die Datenaufzeichnung.

Unter Kalibrierung wird die Aktualisierung oder Bestätigung von Fahrzeugparametern verstanden, die im Massenspeicher zu speichern sind.

Zu den Fahrzeugparametern gehören:

  • die Fahrzeugkennung (Fahrzeugidentifizierungsnummer, amtliches Kennzeichen und zulassender Staat) sowie
  • Fahrzeugmerkmale (Wegdrehzahl, Fahrtschreiberkonstante, tatsächlicher Reifenumfang, Reifengrösse, Einstellung des Geschwindigkeitsbegrenzer, wenn zutreffend, aktuelle UTC-Zeit, aktueller Kilometerstand)

Die komplette Kalibrierung durch den Fahrzeughersteller ist nicht möglich. Dazu wird die Eingabe des amtlichen Kennzeichens benötigt, das während der Herstellung des Fahrzeuges noch nicht bekannt ist.

Werden Werkstattkarten an das Personal oder an die Werkstätte ausgegeben?

Die Werkstattkarte wird persönlich an qualifiziertes Werkstattpersonal ausgegeben.
Dabei wird die Karte der Werkstatt versandt und der zugehörige PIN-Code an die Privatadresse des Karteninhabers geschickt.

Wird das Arbeitsverhältnis aufgelöst, ist die Werkstatt für die Rückgabe der Karte verantwortlich.

Wie lange sind die Werkstattkarten gültig?

Werkstattkarten sind 1 Jahr gültig.

Wie sehe ich welche Informationen die Karte enthält?

Um die auf der Karte gespeicherten Daten ansehen zu können, müssen diese zuerst auf einen Computer herunter geladen werden. Sie können danach mit der dafür geeigneten Software am Bildschirm betrachtet werden.
Es ist auch möglich, sich die Daten am Fahrtschreiber anzeigen oder ausdrucken zu lassen.

Wie werden die Reparaturen gehandhabt?

Reparaturen können nur noch an peripheren Teilen vorgenommen werden, welche das Sicherheitssystem des digitalen Fahrtschreibers nicht beeinträchtigen.

Bei allen anderen Interventionen muss das Gerät an den Hersteller / Landesvertreter zurückgesandt oder ersetzt werden.

Vor dem Versand oder Ersatz müssen die Daten aus dem Fahrtschreiber auf ein externes Speichermedium entladen und für den letzten Halter verfügbar gehalten werden.

Wenn die Daten nicht mehr ausgelesen werden können, muss dem letzten Halter eine schriftliche Bestätigung über diesen Sachverhalt ausgehändigt werden.

Eine Kopie dieser Bestätigungen ist den Kontrollorganen zur Verfügung zu halten.

10. Vollzugstellen / Kontrollkarte

Wozu dient die Kontrollkarte?

Die Kontrollkarte weist die Kontrollbehörde aus und ermöglicht das Lesen, Ausdrucken und/oder Herunterladen der im Massenspeicher oder auf Fahrerkarten gespeicherten Daten auf ein externes Gerät.

Können mit der Kontrollkarte alle digitalen Fahrtschreiber überprüft werden?

Ja, die Kontrollkarte kann für alle digitalen Fahrtschreiber eingesetzt werden, die der Spezifikation der Verordnung 1360/2002/EG, Anhang 1b entsprechen.

Welche Daten sind auf der Kontrollkarte ersichtlich und gespeichert?

Auf der Kontrollkarte sind folgende Daten ersichtlich:

  • Name der Kontrollstelle
  • Gültigkeitsdauer
  • Ausstellende Behörde
  • Kartennummer
  • Anschrift der Kontrollstelle
  • Kontrollaktivitätsdaten (Datum und Uhrzeit jeder der letzten 230 Kontrollen, Art der Kontrolle, herunter geladener Zeitraum, amtliches Kennzeichen und zulassender Staat des kontrollierten Fahrzeugs, Kartennummer und ausstellender Staat der kontrollierten Fahrerkarte)

Wie kann ich Daten auf der Kontrollkarte löschen?

Es gibt keine Möglichkeit, die Daten auf der Karte zu löschen. Wenn der Speicher voll ist, werden die ältesten Daten rollend mit den neuesten überschrieben.
Es ist deshalb wichtig, die Daten regelmässig mit einem geeigneten Gerät aus der Fahrtschreiberkarte auszulesen.

https://www.astra.admin.ch/content/astra/de/home/fachleute/fahrzeuge/digitaler-fahrtschreiber/haeufige-fragen-faq.html