Vernetzte Mobilität

Vernetzte_Mobilitaet_1920x1080px

Vernetzte Mobilität steht für das Zusammenspiel verschiedenster Verkehrsmittel – von Auto über ÖV, Velos bis E-Scooter –, die über digitale Schnittstellen miteinander kommunizieren. Dank Datenaustausch in Echtzeit können Verkehrsflüsse effizienter gesteuert, Emissionen reduziert und Staus vermieden werden.



Herzstück sind sogenannte Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS). Diese vernetzen Fahrzeuge, Infrastruktur und Nutzer über drahtlose Kommunikation und standardisierte Protokolle. So werden z. B. Informationen zu Stauenden, Baustellen oder Wetterbedingungen unmittelbar übermittelt.

Die Kommunikation erfolgt über:

  • V2V – Vehicle-to-Vehicle,
  • V2I – Vehicle-to-Infrastructure,
  • V2X – Vehicle-to-Everything (z. B. auch zu Velos und Fussgängerinnen).

 


Grundlagen der Vernetzung und C-ITS

Sicherheit und Datenschutz sind zentrale Voraussetzungen für vernetzte Mobilität. Systeme müssen nicht nur effizient funktionieren, sondern auch vor Cyberangriffen geschützt und datenschutzkonform betrieben werden.

Wichtige Punkte:

  • Cybersecurity: Authentifizierung, verschlüsselte Kommunikation und vertrauenswürdige digitale Identitäten (Public Key Infrastructure).
  • Datenschutz: Nur notwendige Daten, möglichst anonymisiert (z. B. Pseudonymisierung von Fahrdaten), Transparenz für Nutzerinnen und Nutzer.
  • Privacy by Design: Datenschutz und IT-Sicherheit werden von Beginn an mitgedacht – von Datensparsamkeit bis hin zu sicheren Software-Updates.

Pilotprojekte zur vernetzten Mobilität

Pilotprojekte sind zentral, um neue Lösungen im realen Verkehr zu testen – wissenschaftlich begleitet und mit konkretem Nutzen für den Alltag. Mit Hilfe von Floating Car Data (FCD) – Bewegungsdaten aus Fahrzeugen können Verkehrsinformationen gewonnen werden.

Beispiele dieser Pilotprojekte:

Stauendewarnung (Basel 2021–2023):
Die Auswertung von über 4000 Fahrten zeigt: Die Technologie zur Warnung von Automobilisten vor stehenden Kolonnen ist grundsätzlich praxistauglich, auch wenn derzeit noch technische Hürden bleiben.

Reisezeitinformationen (laufend):
In mehreren Projekten wurden aktuelle, vergleichbare Reisezeiten erfasst und aufbereitet, um die Routenwahl zu erleichtern. Dazu werden z.B. kleine Geräte (Dongles) in einigen Fahrzeugen eingebaut und liefern anonymisierte Daten zu Position, Geschwindigkeit und Fahrverhalten oder Bluetooth-Sensoren an Strassen erfassen Bewegungsmuster, Reisezeiten und Verkehrsflüsse – anonymisiert, einfach und effizient. Dabei werden Bewegungsprofile weder aufgenommen noch gespeichert. Ziel ist es, dass diese Verkehrsinformationen zukünftig für eine verbesserte Routenwahl zur Verfügung stehen, sowie zur optimierten Steuerung des Verkehrs genutzt werden können.


Rechtsgrundlagen

Der verkehrsträgerübergreifende Datenaustausch benötigt verlässliche gesetzliche Grundlagen. Mit dem geplanten Bundesgesetz über die Mobilitätsdateninfrastruktur (MODIG) will der Bund ab 2028 erstmals einen sektorübergreifenden Rechtsrahmen schaffen.

https://www.astra.admin.ch/content/astra/de/home/themen/intelligente-mobilitaet/vernetzte-mobilitaet.html