Massnahmen gegen Stau

Pannenstreifen-Umnutzung

Die Pannenstreifen-Umnutzung (PUN) ist eine Verkehrsmanagement-Massnahme und bedeutet, dass die Pannenstreifen in den Spitzenzeiten als Verkehrsstreifen freigegeben werden. In den Spitzenzeiten können die Fahrzeuge den Pannenstreifen als Fahrstreifen nutzen. Dies verbessert den Verkehrsfluss und reduziert die Umweltbelastung.

Die Bilanz des Pilotversuches von Morges-Ecublens zeigt:

  • Verkehrsfluss verbessert; keine Staus bei freigegebenen Pannenstreifen
  • Unfallrate generell um 15 Prozent und lokal bis 80 Prozent tiefer
  • Schadstoffausstoss in unmittelbarer Strassennähe um rund 20 Prozent reduziert

Weitere Umnutzungen des Pannenstreifens sind in folgenden Regionen geplant: Aargau, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur, Zürich.

Pannenstreifen-Umnutzung Symbolbild

Punktuelle Lastwagen-Überholverbote

Konsequenzen bei Lastwagen-Überholmanövern: 

  • Markante Temporeduktion auf linker Fahrspur
  • Massive Störung des Verkehrsflusses
  • Zu geringe Abstände zwischen den Fahrzeugen
  • Versperrte Sicht auf Signalisation (v.a. in den Tunneln)

Das Lastwagen-Überholverbot ist auf Teilstrecken mit besonders hohem Verkehrsaufkommen und besonders hohem Anteil an Schwerverkehr, sowie auf Strecken mit längeren Steigungen und längeren Tunnel geplant. Die Anordnung des Lastwagen-Überholverbots erfolgt in der Regel abhängig vom Verkehrsaufkommen, also zeitlich beschränkt.

Temporäre Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Autobahnteilstücken

Gemäss aktuellem Forschungsstand erreicht ein Autobahnabschnitt seine maximale Kapazität dann, wenn die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von rund 85 km/h unterwegs sind.

Durch die schrittweise Reduktion der Maximalgeschwindigkeit von 120 auf 100 oder 80 km/h kann der Verkehr auf einem bestimmten Autobahnquerschnitt besser fliessen. Diese Kapazitätssteigerung reicht in vielen Fällen aus, um Staus zeitlich zu verzögern und abzuschwächen.

Auf einer Länge von rund 30 Kilometern erfolgt die Steuerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit automatisch in Abhängigkeit der erfassten Verkehrsmengen. Auf den restlichen Abschnitten, insbesondere in Tunneln, erfolgt die Steuerung manuell über die Verkehrsleitzentralen.

In den kommenden Jahren werden die bestehenden Anlagen schrittweise automatisiert und auf eine Gesamtlänge von rund 400 Kilometer ausgebaut. Davon betroffen sind die regelmässig überlasteten Autobahnabschnitte zwischen Genf und Lausanne sowie zwischen Luterbach und Härkingen, in den Agglomerationen Bern, Basel, Luzern und St. Gallen sowie im Grossraum Zürich.

Zusätzliche Fahrspuren zur Beseitigung von Engpässen

Der Bundesrat will die Funktionsfähigkeit des Nationalstrassennetzes erhalten und verbessern. Um Staus zu vermeiden, sollen die Autobahnen an neuralgischen Stellen gezielt ausgebaut werden. Die entsprechenden Projekte sind im Strategischen Entwicklungsprogramm (STEP) enthalten.

Zusätzliche Informationen zu STEP:

https://www.astra.admin.ch/content/astra/de/home/themen/nationalstrassen/verkehrsfluss-stauaufkommen/massnahmen-stau.html