A2 Sanierung des Gotthard-Strassentunnels
Bau einer zweiten Röhre des Gotthard-Tunnels ohne Erhöhung der Autobahnkapazität und Sanierung der ersten Röhre.
Aktuelles
- Wiederaufnahme des maschinellen Vortriebs auf der Südseite: Die TBM Paulina ist seit dem 18. Mai 2026 wieder im Einsatz, nachdem der Vortrieb aufgrund eines Einsturzes von rund 2'000 m³ Gestein bei Meter 192 fast ein Jahr lang unterbrochen war.
- Sicherung und Vortrieb: Um den geologisch komplexen Abschnitt der Tremola zu überwinden, wurde ein neuer Verbindungsstollen gegraben und ein traditioneller Vortrieb bis zur TBM-Spitze durchgeführt, wodurch deren Wiederinbetriebnahme ermöglicht wurde.
Weitere Informationen und aktuelle Meldungen zum Projekt finden Sie unter www.gotthardtunnel.ch
Zeitrahmen für den Bau
2021–2030 Bau der zweiten Röhre
2030–2033 Sanierung der ersten Röhre
Zweck
Der Gotthard-Autobahn-Tunnel ist über 30 Jahre alt und muss aus technischen Sicherheitsgründen zwischen 2020 und 2025 (mit Übergangsmassnahmen bis spätestens 2035) saniert werden. Die Sanierung umfasst umfangreiche Arbeiten an der Zwischenplatte und an den Tunnelwänden (mit Sprengungen). Eine vollständige Sperrung ist daher unvermeidlich. Damit der Kanton Tessin auch während dieser rund dreijährigen Vollsperrung erreichbar bleibt, hat der Bundesrat beschlossen, eine zweite Röhre zu bauen und anschliessend die bestehende Röhre zu sanieren. Dieser Vorschlag wurde in der Volksabstimmung vom 28. Februar 2016 durch die Änderung des Alpentransitgesetzes (Art. 84) angenommen. Dies ist mit einer erheblichen Investition verbunden, die jedoch langfristig gerechtfertigt ist, da der Tunnel alle 30 Jahre saniert werden muss. Neben der Gewährleistung der Redundanz der Verbindung wird die zweite Röhre dank der Trennung der Verkehrsströme eine Erhöhung der Sicherheit ermöglichen.
Projektbeschrieb
- Bau der zweiten, ca. 17 km langen Röhre, 40 m östlich des bestehenden Service- und Infrastrukturstollens, an den sie durch Quergänge für Fussgänger und Fahrzeuge angeschlossen wird. Diese Quergänge werden alle 250 m eingebaut.
- Der kreisförmige Regelquerschnitt des Tunnels umfasst neben dem Verkehrsraum den Raum für die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) und Fluchtwege, einen Werkleitungskanal (WELK) für die Nieder-, Mittel- und Hochspannungsleitungen sowie die Brandschutzleitung. Zudem ist ein separater Kanal für die Verlegung einer Swissgrid-Hochspannungsleitung (220 kV ) vorgesehen.
- Im Bereich des Südportals sieht das Projekt im Rahmen der flankierenden Massnahmen die Umgestaltung des Autobahnanschlusses Airolo mit einer Teilüberdeckung der Autobahn vor. Diese Umgestaltung ermöglicht kompaktere Strassenverbindungen in der Nähe des Südportals des Gotthard-Autobahntunnels, eine dauerhafte Ablagerung von überschüssigem Ausbruchmaterial in der Nähe des Portals und eine Aufwertung des gesamten Talbodens.
- Das Projekt sieht zudem eine ganze Reihe von ökologischen Ausgleichsmassnahmen vor, darunter die teilweise Überdeckung der Autobahn, wodurch 160'000 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen geschaffen werden können, die den gesamten Talboden der Leventina aufwerten.
- Auf Urner Seite sind neben der ökologischen Aufwertung des Göscheneralptals eine neue Fernwärmeleitung für die Gemeinde Göschenen sowie der Bau von dauerhaften Gebäuden für die Unterbringung von Arbeitern vorgesehen.
- Sanierung der ersten Röhre: Projekt läuft.
Verkehrsmanagement
Während der Bauphase kommt es zu keinen besonderen Beeinträchtigungen des Durchgangsverkehrs.
Kosten
Die Gesamtkosten für den Bau der zweiten Röhre belaufen sich auf rund 2,053 Milliarden Franken (ohne Mehrwertsteuer, Kostenschätzung +/- 15%).Die Gesamtkosten für die Sanierung der ersten Röhre werden noch geprüft.
Bundesamt für Strassen ASTRA
Via Claudio Pellandini 2
6500 Bellinzona
