Strassenabwasser-Behandlungsanlagen (SABA)

Strassenabwasser-Behandlungsanlagen (SABA) werden auf stark befahrenen Autobahnen und anderen Strassen eingerichtet. Sie filtern das Strassenabwasser, bevor es in ein Gewässer oder in den Boden abgegeben wird. Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion für die Umwelt.

Die Autobahneinfahrt macht eine Kurve und umschliesst eine Fläche. Dort drin ist das Becken der SABA, die das Abwasser behandelt.
Die Strassenabwasser-Behandlungsanlage Hallmatt an der A12

Strassenabwasser besteht nicht nur aus Regenwasser. Es enthält auch Kies, Sand und Abfall sowie beträchtliche Mengen an Rückständen aus dem Pneu- und Belagsabrieb.

Die neuen Gewässerschutzvorschriften des Bundes verlangen, dass die Strassenabwässer stark befahrener Strassen behandelt werden. Da die Kläranlagen nicht zur Filtration von Schwermetallen ausgerüstet sind, errichtet das ASTRA bei der Sanierung von Autobahnabschnitten spezielle Strassenabwasser-Behandlungsanlagen, sogenannte SABAs.

Anders als Siedlungsabwasser fällt Strassenabwasser unregelmässig an, denn im Durchschnitt regnet es nur während rund 5% der Zeit und dieser Regen kann sehr unterschiedlich stark ausfallen. Für die Reinigung von Strassenabwasser braucht es deshalb Speichermöglichkeiten und effiziente Filtersysteme. Somit muss nur bei Extremniederschlägen, wie sie vielleicht 3 bis 5 mal pro Jahr vorkommen, Strassenabwasser durch ein Überlaufsystem unbehandelt ins Gewässer geleitet werden. Eine SABA vermag das Abwasser von rund 4 Kilometern Autobahn zu reinigen.

Es gibt zwei Typen von SABA: Natürliche und  technische. Wenn immer möglich, macht man sich natürliche Reinigungsprozesse zu Nutze und leitet das Abwasser durch einen Bodenfilter. Wo der Raum dazu fehlt, weicht man auf technische Filter aus. Bei beiden Verfahren durchläuft das Wasser vergleichbare Behandlungsstufen:

Fünf Grafiken zeigen die Behandlungsstufen der Reinigung des Abwassers. Das Wasser geht von der Fahrbahn in die Leitung, von dort in den Grobabscheider, dann weiter in ein Absetzbecken und zum Schluss in das Filterbecken, bevor das Wasser in ein Gewässer eingeleitet wird oder versickert.
Die fünf Behandlungsstufen von Strassenabwasser im Überblick
  1. Das Regenwasser fliesst zunächst von der Fahrbahn in die Strassenentwässerung. Über ein weit verzweigtes Leitungsnetz fliesst das Strassenabwasser in die SABA. Teilweise muss das Abwasser auch gepumpt und in Retentionsbecken zwischengelagert werden.
  2. In der SABA durchfliesst das Abwasser zunächst zügig den Grobabscheider. Sinkstoffe wie Sand und Kies lagern sich hier ab, Schwimmstoffe wie Petflaschen oder Zigarettenfilter werden abgeschöpft.
  3. Anschliessend wird das Abwasser vorgereinigt: Es wird dazu in ein Speicher- und Absatzbecken geleitet, wo ein beträchtlicher Teil der Feinpartikel und der angelagerten Schadstoffe zu Boden sinkt und als Schlamm abgesogen wird. Die Vorreinigung kann auch durch das Durchlaufen einer Schicht von Splitt erfolgen, welche wie ein Sieb wirkt.
  4. In einem weiteren Reinigungsschritt wird das Abwasser entweder durch einen Bodenfilter oder eine technische Filtereinheit geleitet.
  5. Das gereinigte Strassenabwasser kann zur Versickerung in den Boden eingeleitet werden oder es wird einem Gewässer zugeführt.

Den SABA kommt auch bei Havarieunfällen eine wichtige Rolle zukommen: Falls durch einen Verkehrsunfall Brennstoffe oder Chemikalien auf die Fahrbahn gelangen, können diese durch Betätigung der Havarieschieber entweder in der SABA selbst oder bereits in den Zuleitungen zurückgehalten und abgeführt werden.

Weiterführende Informationen

https://www.astra.admin.ch/content/astra/fr/home/themen/nationalstrassen/baustellen/bern-wallis/abgeschlossene-projekte/a1-a12-strassenabwasser-behandlungsanlagen--saba-/strassenabwasser-behandlungsanlagen--saba-.html