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Erneut weniger Verkehrsopfer auf Schweizer Strassen

Bern, 29.03.2012 - Im Jahr 2011 haben auf Schweizer Strassen 320 Menschen ihr Leben verloren, 4'437 Personen wurden schwer verletzt. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Zahl der Getöteten um zwei Prozent, jene der Schwerverletzten um ein halbes. Negativ ist die Entwicklung bei den Fussgängerinnen und Fussgängern auf Fussgängerstreifen sowie bei den Velo- und Motorradfahrenden. Dies zeigt die Auswertung des neuen Strassenverkehrsunfall-Registers des Bundesamtes für Strassen (ASTRA).

Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2011 auf Schweizer Strassen 18'990 Unfälle mit Personenschaden. Bei diesen Unfällen wurden 320 Personen getötet, 4'437 schwer und 18'805 leicht verletzt. Die Werte liegen damit tiefer als in den vorangegangen Jahren.
Siehe Anhang, Tabelle 1 und 2: Unfälle gesamt.

Zunahme der Anzahl Todesfälle auf Fussgängerstreifen

Die Zahl der auf Fussgängerstreifen getöteten Menschen ist im Jahr 2011 auf 28 angestiegen. Dies sind 8 Personen mehr als im Vorjahr beziehungsweise 5 mehr als im Durchschnitt der letzten 5 Jahre. 20 der insgesamt 28 Getöteten verunfallten im Winterhalbjahr, 21 Todesopfer hatten das 65. Altersjahr überschritten.
Nur knapp 13 Prozent der Unfälle mit verunfallten Fussgängern auf Fussgängerstreifen waren auf das Fehlverhalten der Fussgänger zurückzuführen. In den meisten Fällen lag die mutmassliche Hauptursache beim Autofahrer.

Zweiradfahrende öfter verunfallt als im Vorjahr

Im Jahr 2011 verunfallten mehr Velofahrende als im Vorjahr. Augenfällig ist insbe-sondere die Zunahme um 15 Prozent bei den getöteten Velofahrenden im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Schwerverletzten stieg die Anzahl um 32 Personen, von 835 auf 867.

Neben dem schönen Wetter dürfte auch die stärkere Verbreitung von E-Bikes eine Rolle gespielt haben. Unfälle mit E-Bikes haben in der Regel gravierendere Folgen als Unfälle mit motorlosen Fahrrädern. Der Anteil der schwerverletzten und getöteten Velofahrenden an allen verunfallten Velofahrenden lag für das Fahrrad bei 26 Prozent, für das E-Bike bei 35 Prozent.

Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt bei den Motorradfahrenden ebenfalls negativ aus, wenn auch weniger ausgeprägt als bei den Velofahrenden. Es gab einen getöteten und 43 schwerverletzte Motorradfahrende mehr.

Da die hohe Anzahl an schwer verunfallten Motorradfahrenden seit Jahren Anlass zur Sorge gibt, ist das ASTRA zurzeit daran, eine Vollzugshilfe auszuarbeiten, die alle Strasseneigentümer darin unterstützen soll, die Strassen für Motorradfahrende sicher zu gestalten. Das ASTRA will zudem Ausbildung und Prüfung der Motorrad-fahrenden optimieren, um sie selber besser in die Lage zu versetzen, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Zumeist positive Entwicklungen bei den Motorwagen

Für das insgesamt positivere Gesamtergebnis im letzten Jahr ist insbesondere die Bilanz bei den Insassen von Personenwagen verantwortlich. Diese verunfallten weniger häufig als im Vorjahr, stellen mit 119 Getöteten aber nach wie vor die grösste Unfallgruppe dar. In Gesellschaftswagen und schweren Sachtransportfahrzeugen starb hingegen je nur eine Person.
Siehe Anhang, Tabelle 1 und 2: Unfälle Motorwagen 2011 /2010.

In fast zwei Drittel der Unfälle mit Personenschaden ist der mutmassliche Hauptver-ursacher Lenker oder Lenkerin eines Personenwagens. Je rund 10 Prozent der Un-fälle wurden mutmasslich von Motorradfahrenden und Velofahrenden verursacht. Lenkende von Sachentransportfahrzeugen sind hingegen nur in zwei Prozent der Unfälle die mutmasslichen Hauptverursacher.

Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmenden verursacht Unfälle

Neu erhoben wurden durch das ASTRA erstmals die Hauptursachen der Unfälle. Dabei zeigt sich, dass es in erster Linie das Fehlverhalten der Lenkenden ist, wel-ches die Unfälle verursacht. Bei mehr als einem Viertel der Unfälle war der Vortritt missachtet worden. Weitere 15 Prozent der Unfälle mit Personenschaden sind auf Unaufmerksamkeit und Ablenkung zurückzuführen. An dritter und vierter Stelle fol-gen der Zustand der Lenkenden sowie andere Fahrbewegungen. An fünfter Stelle liegt das Geschwindigkeitsverhalten.
Mängel am Fahrzeug und an der Infrastruktur sind selten auf dem Unfallort direkt erkennbare Ursachen. Dennoch können sie sowohl die Unfallentstehung als auch die Unfallfolgen massgeblich beeinflussen.

Auf Autobahnen sicherer unterwegs

Auf dem Autobahn- und Autostrassennetz wurden im Jahr 2011 37 Personen getötet und 327 schwer verletzt; das entspricht einem Anteil von knapp 8 Prozent an allen Getöteten und Schwerverletzten zusammen.
Unfälle auf Autobahnen mit Schwerverletzten geschahen zumeist in der Nähe der grossen Agglomerationen und bei Autobahnverzweigungen. In diesem Zusammen-hang sind Auffahrunfälle überproportional stark vertreten. Zu Unfällen mit Getöteten kam es hingegen vor allem ausserhalb der grossen Agglomerationen. Hier handelte es sich meistens um Schleuder- und Selbstunfälle.

Unfallstatistik des ASTRA

Seit dem 1.1.2011 ist das ASTRA verantwortlich für die Strassenverkehrsunfall-Statistik. Neu im Vergleich zur Erhebung des Bundesamtes für Statistik sind unter anderem die Unterscheidung von Velotypen, der  räumliche Bezug der Unfälle sowie die Erfassung der mutmasslichen Hauptursache und des mutmasslichen Hauptverursachers.

Das Strassenverkehrsunfall-Register des ASTRA enthält Unfälle auf öffentlichen Strassen oder Plätzen, in die mindestens ein motorisiertes oder nicht motorisiertes Fahrzeug oder ein Fussgänger mit einem fahrzeugähnlichen Gerät verwickelt ist.

Zusammen mit der vorliegenden Statistik hat das ASTRA eine neue Webseite aufgeschaltet: www.unfalldaten.ch. Diese enthält weiterführende Tabellen und Grafiken zum Unfallgeschehen 2011.

Herausgeber:

Bundesamt für Strassen ASTRA
Internet: http://www.astra.admin.ch
Generalsekretariat UVEK
Internet: http://www.uvek.admin.ch