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St. Gallen
Ausgangslage und Auftrag
Im Raum St. Gallen besteht auf dem Nationalstrassenabschnitt zwischen Winkeln und Neudorf dringender Handlungsbedarf. Der Abschnitt ist bereits heute stark belastet und während der Verkehrsspitzen gar überlastet. Wegen des erwarteten Verkehrswachstums wird sich diese Situation bis zum Jahre 2020 weiter akzentuieren. Bis zu diesem Zeitpunkt werden auf diesem Abschnitt unter der Woche täglich rund 78'000 Fahrzeuge verkehren. Mit diesem Verkehrsaufkommen wird sich der Verkehr ohne geeignete Gegenmassnahmen täglich während zwei bis vier Stunden stauen. Besonders problematisch sind die dicht aufeinander folgenden Anschlüsse.
Mit der im Herbst 2010 lancierten Projektstudie sollen mögliche Lösungsvarianten zur Beseitigung dieses Engpasses geprüft und die beste Variante bestimmt werden.
Auslöser für die Studie ist die erste Programmbotschaft zur Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz. Die erste Programmbotschaft haben die eidgenössischen Räte in der Sommersession 2010 verabschiedet. Die Ergebnisse aus der Projektstudie fliessen zusammen mit den Ergebnissen weiterer Studien in der gesamten Schweiz in die zweite, für das Jahr 2013 geplante Programmbotschaft ein. Gestützt darauf werden die eidgenössischen Räte das Programm zur Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz fortschreiben und die Mittel für die baureifen Ausbauprojekte freigeben.
Zielsetzungen
Während der Projektbearbeitung werden folgende Ziele verfolgt und in der Bewertung der Varianten berücksichtigt:
- Gewährleisten der Funktionalität der Nationalstrasse
- Beseitigung oder bedeutende Entschärfung des Engpasses
- Verbessern der Verkehrssicherheit
- Gewährleisten der Netzredundanz für Bauphasen, Sanierungsmassnahmen und die Bewältigung von Ereignissen auf der Nationalstrasse
- Klare Darstellung der Vor- und Nachteile der Varianten
- Optimierung der Chancen für die Realisierbarkeit in Bezug auf die Akzeptanz und die Finanzierbarkeit
- Optimale Anbindung der Stadtquartiere und der Vororte
- Minimieren der Umweltbelastung, Einhalten des Umweltrechts
- Verkehrliche Entlastung der Stadt und der Vororte Schrittweises Vorgehens
Schrittweises Vorgehens
Die Vorgehensweise bei der Durchführung einer Projektstudie lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Zu Beginn der Projektbearbeitung erfolgt die Problemanalyse. Diese dient insbesondere der Festlegung der aktuellen und der zukünftigen Ausgangslage, des Handlungsbedarfs sowie der spezifischen Zielsetzungen.
Anschliessend wird ein breites Spektrum an möglichen Lösungsvarianten ermittelt, grob beurteilt und Schritt für Schritt mit stichhaltigen Begründungen reduziert. Dieser Arbeitsschritt wird so lange durchgeführt, bis die drei bis vier erfolgversprechendsten Varianten definiert sind.
Die erfolgversprechendsten drei bis vier Varianten werden im Rahmen der Variantenvertiefung auf ihre Machbarkeit hin geprüft. Danach werden die Grundlagen für die umfassende Variantenbewertung (Kriterien, Kosten) erarbeitet und die Bewertung durchgeführt. Gestützt darauf erfolgt schliesslich die Wahl der besten Variante.
Im Rahmen der abschliessenden Zweckmässigkeitsbeurteilung wird die beste Variante optimiert und das weitere Vorgehen wird festgelegt. Die optimierte beste Variante bildet die Grundlage für das Auslösen des generellen Projekts und die Erarbeitung der zweiten Programmbotschaft zur Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz.
Drei Varianten
Im Frühling 2011 hat das ASTRA mit Vertretern von Kanton und Stadt St. Gallen die drei Varianten definiert, die in der nächsten Phase detailliert bewertet werden.
Variante 1: Eine Spange in zwei Tunnelröhren:
Organisation
Die Organisation der Projektstudie ist nachfolgend dargestellt:
Das Bundesamt für Strassen ist als Bauherr und Auftraggeber oberste Entscheidungsinstanz (vertreten durch die Projektsteuerung). Es beabsichtigt auf der Basis der Ergebnisse aus der Studie einen Lösungsvorschlag in die zweite Programmbotschaft zur Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz einzubringen und ein generelles Projekt zur Weiterbearbeitung dieses Vorschlags auszulösen.
Die durch die Behördendelegation mit Vertretern kantonaler, regionaler und kommunaler Stellen erweiterte Projektsteuerung ist das übergeordnete Projektorgan. Es beurteilt die Vorschläge der Projektleitung, liefert Inputs für das weitere Vorgehen und bildet die Schnittstelle zu Politik und Bevölkerung. Dieses Organ ist zuständig für die öffentliche Kommunikation und den Einbezug des Forums. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur breiten Verankerung der Studie und der daraus resultierenden Ergebnisse.
Die Projektleitung führt die externen Projektverfasser bei der inhaltlichen Bearbeitung, koordiniert die Arbeiten mit den Eingaben bzw. den Einschätzungen der Fachdelegation und stellt die Abstimmung mit den betroffenen Bundesbehörden sowie den kantonalen und regionalen Behörden sicher. Im Weiteren bereitet die Projektleitung die Entscheidungsgrundlagen für die Behördendelegation vor.
Die Mitglieder der Fachdelegation, in der die kantonalen, regionalen und lokalen Behörden vertreten sind, unterstützen die Projektleitung auf Fachebene durch gegenseitige Abstimmung mit lokalen Planungen und Rahmenbedingungen. Die Fachdelegation stellt die Verbindung zu den Lokalbehörden sicher. Sie erarbeitet die für die Projektarbeit notwendigen Grundlagen und gibt Stellungnahmen zu den Bearbeitungsergebnissen bzw. zu den daraus resultierenden Dokumenten ab.
Im Forum werden die Anliegen und die Bedürfnisse der Bevölkerung durch ihre Vertreter in die Planung eingebracht und die Lösungsvorschläge auf ihre Verträglichkeit und Akzeptanz hin geprüft. Das Forum setzt sich aus Vertretern der lokalen Politik, der Wirtschaft und der verkehrspolitischen Interessensverbände zusammen. Diese werden an mehreren Veranstaltungen über die aktuellen Bearbeitungsergebnisse informiert, und sie erhalten die Gelegenheit zu Rückmeldungen.
Grober Zeitplan
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