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Entwässerung - Neue Wege zur Behandlung von Strassenabwasser
Das Nationalstrassennetz der Schweiz stammt zu einem grossen Teil aus den 60er und 70er Jahren. Damals war es üblich, das Regenwasser "über die Schulter" im angrenzenden Landstreifen versickern zu lassen oder unbehandelt in ein Gewässer abzuleiten. Einzig für Ölunfälle stehen an gewissen Strassenabschnitten Ölrückhaltebecken zur Verfügung. Auf stark befahrenen Autobahnabschnitten wird dies zum Problem: Pro Kilometer und Jahr bleiben hier rund 1'400 Kilogramm ungelöste Feststoffe zurück, welche vom Regen weggeschwemmt werden: Dabei handelt es sich um Kies, Sand und Abfall, aber auch um beträchtliche Mengen an Rückständen aus dem Pneu- und Belagsabrieb.
Das Strassenabwasser belastet die angrenzenden Böden und Gewässer stark. Besonders problematisch sind die für Pflanzen und Tiere in höheren Konzentrationen giftigen Schwermetalle und polyzyklischen Kohlenwasserstoffe PAK, welche in der Umwelt nicht abgebaut werden und sich deshalb im Boden, in den Gewässern und schliesslich in der Nahrungskette anreichern.
Die neuen Gewässerschutzvorschriften des Bundes verlangen deshalb, dass die Strassenabwässer stark befahrener Strassen behandelt werden. Da die Kläranlagen nicht zur Filtration von Schwermetallen ausgerüstet sind, errichtet das ASTRA bei der Sanierung von Autobahnabschnitten spezielle Strassenabwasser-Behandlungsanlagen, sogenannte SABA.
Die Ausrüstung der Autobahnen mit SABA ist eine langfristige Investition in die Gesundheit des Bodens und der Gewässer. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine im Kanton Bern entlang der stark belasteten Autobahnabschnitte rund 20 SABA zu errichten sind. Die Investitionskosten pro SABA belaufen sich auf 4 bis 5 Mio. Franken. Der Bau der SABA erfolgt oft erst am Ende der Sanierungsarbeiten, da zuvor die Strassenentwässerung angepasst werden muss.
Der ASTRA-Filiale Thun kommt beim Bau von SABA eine Pionierrolle zu: In der Region Bern werden anlässlich der Sanierung der Stadttangente und des Autobahnabschnittes Flamatt-Bümpliz erste Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von SABA mit einer technischen Filtereinheit gemacht. Im Wallis werden zudem entlang der A9 neue Modelle der Strassenentwässerung für mässig befahrene Autobahnen realisiert.
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